Titelfoto: Veronika Lauss/flugentenblog.com

Eine Tierparade darf man nicht erwarten. Aber lernen kann man viel. Plus: Viele Tipps für ein Wochenende am Neusiedler See.

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Es ist ein bisschen, als würde man das Meer erspähen. Dieses Gefühl, wenn man nach langer Anreise endlich sanfte Wellen sieht, die mit dem Horizont verschmelzen. Anfang und Ende sind nicht auszumachen. Das lässt erahnen, was Freiheit bedeuten könnte. Ankunft am Neusiedler See. Mit 36 Kilometern Länge und 14 Kilometern Breite ist er der größte See Österreichs. Zugleich ist er Mitteleuropas größter Steppensee: Das Seebecken ist eine flache Wanne, die durch tektonische Verschiebungen entstanden ist.

Exkursion im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel

Der Wasserstand schwankt stark. Er hängt vor allem von Regenmenge und Verdunstung ab. Normalerweise hat der Neusieder See eine sehr geringe Tiefe von rund 1,20 Metern. Der einzige nennenswerte natürliche Zufluss ist die Wulka. Einen natürlichen Abfluss gibt es nicht. ”Deshalb wurde ein künstlicher Abfluss gebaut – der Einserkanal”, erklärt Alois Lang bei einer Führung im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel.

Neusiedlersee im Burgenland

Meeres-Feeling am Neusiedlersee

See wird mit Regenwasser gespeist

Wenn es über längere Zeit viel regnet, besteht die Gefahr von Überschwemmungen. Über den Kanal kann deshalb im Ernstfall Wasser abgelassen werden. Andersherum könnte der Neusiedler See austrocknen, wenn er über einen gewissen Zeitraum nicht mit Regenwasser gespeist wird. “In der Geschichte ist das schon um die Hundert Mal passiert”, erzählt Lang. Aufzeichnungen zufolge fand die letzte Austrocknungsphase zwischen 1865 bis 1871 statt.

Alois Lang vom Nationalpark Neusiedlersee

Alois Lang vom Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel erklärt, wo sich der künstliche Abflusskanal befindet.

Die Natur sich selbst überlassen

Bei einer Erkundungstour über den See im umweltfreundlichen Solarboot gibt Lang einen Einblick in die weiteren Besonderheiten des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel. Die Hälfte des Gebiets ist für Besucher gesperrte Naturzone. “Hier wird überhaupt nicht in die natürlichen Prozesse eingegriffen”, sagt Lang. Eine komplexe und riskante Angelegenheit. Denn überlässt man die Natur sich selbst, kann das auch die Artenvielfalt beeinflussen.

Nationalpark Neusiedlersee_Exkursion

Schilfgürtel im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel

Die andere Hälfte des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel wird Bewahrungszone genannt. Kulturlandschaft und Artenvielfalt werden bewahrt, indem zum Beispiel Nutztiere auf den Weiden grasen, die Wiesen gemäht werden, das Schilf geschnitten wird oder Entwässerungsgräben rückgestaut werden. Dieser Teil des Nationalparks ist für Besucher zugänglich, etwa bei geführten Touren, zu Fuß, per Schiff, Boot oder Rad. Mit dabei ist am besten ein Fernglas.

Im Schilfgürtel des Nationalparks

Denn der Schilfgürtel, die Wiesen und Weiden sowie Salzlacken rund um den See sind Heimat vieler Tiere und Pflanzen. Gleich zu Beginn der Solarboot-Tour ist im Schilf das Nest einer Beutelmeise zu erkennen. Später geht es zur neuen Biologischen Station in Illmitz. Ein langer Steg führt vorbei an dichtem Schilf zu einem “Hide”, einer kleinen Beobachtungshütte aus Holz, wo die Erkundungstour fortgesetzt wird.

Nationalpark Neusiedlersee Führung

Ein Holzsteg führt durchs Schilf zur Beobachtungshütte.

Neben 350 Vogelarten ist der Neusiedler See unter anderem auch Lebensraum für Fische, Insekten, Libellen, Ringelnattern, Schmetterlinge, Fischotter oder Fledermäuse. Ein Nationalpark ist aber kein Tierpark. Ob und wann man Tiere vors Fernglas bekommt, ist Glückssache. Viel entscheidender ist: Ein Besuch im Nationalpark Neusiedler See – Seewinnkel macht klar, wie wichtig der Schutz ihrer Lebensräume ist.

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NEUSIEDLER SEE: AUSFLUGSTIPPS

Neusiedler See Card
Die Neusiedler See Card ist eine kostenlose, ganzjährig erhältliche Gästekarte. Sie wird  in knapp 800 Partnerbetrieben ab einer Übernachtung kostenlos für die gesamte Aufenthaltsdauer ausgegeben. Inkludiert sind mehr als 50 Gratis- und viele Bonusleistungen.

Anreise
Der Neusiedler See ist ideal und umweltfreundlich mit Öffis bereisbar. Ab Wien Hauptbahnhof sind es rund 40 Minuten bis zum Bahnhof Neusiedl am See. Mit der Neusiedler See Card benutzen Besucher das öffentliche Verkehrsnetz um den gesamten See kostenlos.

Herumkommen
Rund um den Neusiedler See gibt es rund 40 Radwege mit einem Gesamtnetz von rund 1.000 Kilometern. Eine Seeumrundung kommt auf rund 120 Kilometer. Rastplätze und Fahrradfähren erleichtern das Vorwärtskommen. Wem der Wind zu stark bläst, der schnappt sich ein E-Bike. Tipp: Radverleih Mürner in Illmitz.

Hotel Seepark Weiden Neusiedlersee

Frühstück im Hotel Seepark Weiden

Unterkunft
Neben Hotels, Gasthöfen und Ferienwohnungen gibt es rund um den Neusiedler See auch zahlreiche Privatpensionen und Zimmer bei Winzern. Empfehlung: Der Seepark Weiden liegt im Schilfgürtel des Sees. Die schilfgedeckten Häuschen stehen zwar eng aneinandergereiht. Innen sind sie aber stilvoll, zeitlos und mit Balkon oder Terrasse ausgestattet. Das Hoteldorf punktet außerdem mit der direkten Lage am See und den großen Buchten. Tipp: Frühstück im Garten des hoteleigenen Restaurants “Zur blauen Gans”.

Touren durch den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel
Rund dreistündige Exkursionen sind das ganze Jahr über möglich und mit der Neusiedler See Card kostenlos. 50 Prozent Ermäßigung auf Sonderexkursionen. Programm und Anmeldung: www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at.

Restaurant Paradiso Pannonia Sandhöhe

Restaurant Paradiso Pannonia Sandhöhe

Essen & Trinken
Paradiso Pannonia Sandhöhe in Mönchhof: Restaurant und Vinothek im modernem, stilvollen Ambiente. An den Wänden hängen Kunstwerke, die ehemals Weinetiketten waren. Höhepunkt ist der weitreichende Ausblick durch die Glasfront auf die Weinreben. Die Betreiber Katharina Kirschner & Wolfgang Schabauer kochen und servieren selbst. “Wir haben nur rund 20 Sitzplätze, dafür nehmen wir uns viel Zeit für unsere Gäste”, erzählt Schabauer. Am Wochenende wird Frühstück in Büfettform angeboten. Besonderheit: Am Donnerstag eine eigene Flasche Wein mitbringen. In der Küche wird darauf spontan ein passendes mehrgängiges Menü kreiert. Ein Stoppelgeld für den Wein wird nicht verlangt.
Restaurant Henrici in Eisenstadt: Direkt gegenüber dem Schloss Esterhazy, großer Gastgarten, pannonische Gerichte mit mediterraner Note.

Wein- und Bierverkostungen
Weinkulturhaus: Gols gilt als die größte Weinbaugemeinde Österreichs. Dafür sorgen rund 100 Vollerwerbswinzer und 300 Weinbaubetreiber. Das älteste Gebäude der Stadt stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde restauriert und beherbergt heute das Weinkulturhaus. Unter anderem befindet sich darin eine Vinothek. Hier gibt es 400 Weine zum Ab-Hof-Preis zu kaufen. Sehenswert ist auch das Erwin Moser Museum. Der Kinderbuchautor wuchs in Gols auf. Freier Eintritt mit der Neusiedler See Card.
Golser Brauerei: Bier in der Weinregion? Das gibt es in Gols seit rund elf Jahren. Besitzer Harald Sautner führt gerne durch die Brauerei. Dabei erzählt er Wissenswertes und Kurioses aus der Bierwelt. Kostenlose Führung und Verkosung mit der Neusiedler See Card.

Schlosspark Esterhazy

Schlosspark Esterházy

Kultur
Dorfmuseum Mönchhof: Das Freilichtmuseum beeindruckt mit seiner Größe und der Liebe zum Detail. Einst war es eine Privatsammlung. Anhand von rund 35 wieder errichteten Gebäuden werden bäuerliches Leben und Kultur aus der Zeit von 1890 bis in die 1960er Jahre dargestellt. Von der Schule bis zum Hutbacher, von der Gendarmerie bis zum Eiskeller. Darin wurden schon vor der Mitte des 20. Jahrhunderts Fleisch und Bier gekühlt. Und zwar mit Eisbrocken, die man aus dem gefrorenen Neusiedlersee schlug. Kostenloser Eintritt mit der Neusiedler See Card.
Schloss Esterházy in Eisenstadt: Bei einer Führung durch das Schloss Esterházy bekommt man unter anderem den mehr als 300 Jahre alten Haydnsaal mit eindrucksvollen Wand- und Deckenfresken zu Gesicht. Neben prunkvollen Sälen wird auch Einblick in die einfacheren Zimmer der Bediensteten gewährt. Der Komponist Joseph Haydn war mehr als 40 Jahre lang im Schlossensemble tätig. Tipp: Spaziergang durch den Garten mit Rundtempel und Orangerie.

Wellness
St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen: Besonderes Merkmal dieser Therme ist der See mit Kiesstrand im Freien. Dank der Weitläufigkeit haben Erholungssuchende genügend Platz, sich beim Entspannen auszubreiten. Im Winter nutzen Besitzer der Neusiedler See Card die Therme pro Aufenthalt drei Stunden lang kostenlos. Im Sommer gibt es einen Rabatt von 20 Prozent.

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Offenlegung:
Dieser Beitrag ist auf Einladung der Neusiedler See Tourismus GmbH im Rahmen des “Österreichischen Reisebloggertreffens 2018” entstanden. Es handelt sich um einen redaktionellen, unentgeltlichen Artikel.

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