Günstig übernachten, zu Fuß den See umrunden. Und im Dirndl vor der UNESCO-Welterbe-Kulisse posieren.

****

1. Der richtige Zeitpunkt für Hallstatt

Die Frage sollte wohl eher lauten: Wann ist Hallstatt am wenigsten überlaufen? Der falsche Zeitpunkt ist jedenfalls der Hochsommer, wenn die meisten Touristen den Ort besuchen. Eine relativ ruhige Zeit ist der Winter. Reiseführerin Helga Lenz empfiehlt den Herbst. Dann ist das Wetter gut und im Ort selbst ist es relativ ruhig.

2. Mit Zug und Schiff nach Hallstatt reisen

Die Hallstätter wollten sich noch nie etwas von oben diktieren lassen. Weder eine Zugtrasse noch eine Uferstraße wollten sie auf ihrer Seite des Sees haben. Ersteres führte dazu, dass Zugstrecke und Bahnhof auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen. Zweiteres, dass in Hallstatt die erste Volksbefragung Österreichs durchgeführt wurde – mit einem eindeutigen “Nein” für ein größeres Straßenbauvorhaben.Hallstatt Schifffahrt

Der Bahnhof Hallstatt liegt also nicht im Ortszentrum, sondern auf der anderen Seite des Hallstättersees. Wer mit dem Zug anreist, geht vom Bahnhof hinunter zur Schiffsanlegestelle und setzt mit dem Boot über.

3. Preiswert in Hallstatt übernachten …

Wer in Buchungsportalen nach einer Unterkunft in Hallstatt sucht, dem fallen gleich die verhältnismäßig hohen Preise auf. Viele Einheimische vermieten Privatzimmer, die zum Teil preiswerter sind. Die Geschichte des Ortes ist besonders im Gasthof Simony zu spüren. Es trägt den Namen des Dachsteinforschers Friedrich Simony, der hier früher stets übernachtete. Die Grundmauern stammen aus dem 15. Jahrhundert, der Holzboden knarzt beim Gehen, die Zimmer sind mit rustikalen Holzbetten ausgestattet.

4. … oder nach Obertraun ausweichen

Die Ortschaft Obertraun liegt nur fünf Kilometer von Hallstatt entfernt ebenfalls am Hallstättersee. Der richtige Ort für alle, die es ruhig und natürlich mögen und sich Hallstatt trotzdem anschauen möchten.Ferienresort Obertraun

Vor ein paar Jahren wurde das Resort Obertraun gebaut, eine Ansammlung von Ferienhäusern nahe des Seeufers. Den Gästen steht ein Restaurant, ein Radverleih sowie ein Hallenbad mit Sauna zur Verfügung. Wer einen freien Blick auf den See genießen möchte, fragt nach Haus 28 oder 29.

5. Sich ein Dirndl ausborgen

Hallstatt ist die perfekte Kulisse für ein kitschig-schönes Porträtfoto. Im Hintergrund See und Berge oder die alten, mit vielen Details versehenen Häuser. Blöd nur, wenn frau kein Dirndlkleid dabei hat, um am Foto in österreichischer Tracht zu posieren. Macht aber nichts: Es gibt ja das „Dirndl to go“, einen Dirndlkleid-Verleihservice für Besucher.Dirndl to go in Hallstatt

Foto: Dirndl to go

Dirndl to go in Hallstatt

Rund 100 Kleider stehen zur Auswahl, außerdem Hüte, Schuhe und Blusen. Die Idee dazu hatten Claudia Höll und Birgit Lupert. „Wir wollen damit weder die Tracht noch die Gäste veräppeln“, erzählt Mitbegründerin Claudia Höll. „Ich habe immer schon gerne Dinge getan, die den Leuten Freude machen.“

6. Eine (gratis) Stadtführung machen

Es ist ein Unterschied, ob man alleine durch den Ort wandeln. Oder sich von einem einheimischen Reiseführer die Besonderheiten von Hallstatt erklären lässt. Der Tourismusverband bietet zweimal pro Woche Führungen an, die mit Gästekarte kostenlos besucht werden können. (Montag und Samstag um 16.30 Uhr; Preis ohne Gästekarte: 8 Euro/Person)

7. Das Hallstätter Beinhaus besuchen

Wie bitte? Was ist ein Beinhaus? Ganz einfach: Ein Raum, in dem Knochen und Skelette von Verstorbenen aufgehoben werden. Das Beinhaus in Hallstatt ist einzigartig: In einem kleinen Raum am Friedhof werden rund 1.000 Schädel aufbewahrt.Hallstatt Beinhaus

Der Grund: Durch die Lage zwischen See und Berg hatte Hallstatt – gelinde gesagt – schon immer ein kleines Platzproblem. Deshalb begann man um 1750 damit, Tote wieder auszugraben und ihre Köpfe und Knochen im Beinhaus zu lagern. Besonderheit ist in Hallstatt, dass die Köpfe mit den Namen der Toten verziert und mit Mustern bemalt sind.

8. Am Ostuferweg nach Bad Goisern wandern

Garantiert keine Menschenmassen trifft man am Ostuferweg, angeblich einer der schönsten Wanderwege im Salzkammergut. Er ist rund elf Kilometer lang und führt die meiste Zeit direkt am Ufer entlang.Hallstatt Ostuferweg Salzkammergut

Man startet zum Beispiel in Obertraun und endet in Steeg, das bereits zu Bad Goisern gehört. Zurück geht’s mit dem Zug, von wo aus man noch einmal ein weitreichendes Seepanorama hat, oder per Schiff.

9. Im Gastgarten mit Seeblick ausrasten

Das Gasthaus Simony ist ein traditionelle Haus zwischen Marktplatz und See in Hallstatt. Es gehört zum weiter oben erwähnten Hotel Simony.Gastgarten des Gasthofs Simony in Hallstatt

Um in den Gastgarten zu gelangen, geht man vom Marktplatz aus eine schmale Gasse zurück. Und plötzlich ist es still. Der Gastgarten liegt direkt am See, auf der Speisekarten steht unter anderem frischer Fisch.

Offenlegung:
Vielen Dank an Oberösterreich Tourismus für die individuelle Recherchereise.