Die Ursprünge des angeblich größten Reisebuchverlags liegen heuer 40 Jahre zurück. Außerdem: Wie die Pflichtlektüre für Backpacker zu ihrem Namen kam.

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Sie beschreiben den kürzesten Weg in die nächste Stadt, wissen immer wo das günstigste Bett steht und sind stets treue Begleiter in einsamen Stunden: die Reiseführer von Lonely Planet. Ihre Entstehungsgeschichte basiert – wie könnte es anders sein – auf einer Abenteuerreise.

Die beiden gebürtigen Briten Tony und Maureen Wheeler, gerade frisch verheiratet, machen sich eines Tages im Jahr 1972 auf, um von Europa auf dem Landweg über Asien bis nach Australien zu gelangen. Dafür kratzen sie alles Geld zusammen, das sie auftreiben können. Sie sind monatelang unterwegs.

Am Zielort angekommen, werden sie mit Fragen über ihren Trip durchlöchert. Inspiration genug, um die Erfahrungen in ihrem ersten Reiseführer “Across Asia on the Cheap” nieder zu schreiben.

BBC kauft Lonely Planet

Das Buch verkauft sich sich gut und schon bald ist der Verlag Lonely Planet geboren, heute ein Must-Have für Rucksackreisende und Individualtouristen. Im Oktober 2007 kauft BBC Worldwide, eine Tochtergesellschaft der britischen Rundfunkanstalt BBC, 75 Prozent des Unternehmens, seit 2011 gehört der Verlag ganz der BBC. Heute verfügt Lonely Planet über Büros in Melbourne, London und Oakland in Kalifornien mit insgesamt rund 450 Mitarbeitern und mehr als 200 Autoren. Diese gerieten vor einigen Jahren unter Beschuss, da einer von ihnen öffentlich zugegeben hatte, Inhalte erfunden zu haben.

Acht Monate Arbeit pro Buch

In den vergangenen Jahren standen auf der Beliebtheitsskala immer wieder folgende Länder beziehungsweise Regionen ganz oben: China, Italien, Australien, Mexiko, Thailand, Spanien, Frankreich, Westeuropa, Irland, Indien und Neuseeland.Im Jänner 2011 verkaufte der Verlag das 100-millionste Buch.

An einem großen Reiseführer wird rund acht, an einem kleinerem Buch vier Monate lang gearbeitet. Neben den derzeit rund 500 unterschiedlichen Buchausgaben – davon sind mehr als die Hälfte Reiseführer – gibt Lonely Planet ein eigenes, monatlich erscheinendes Reisemagazin heraus. Für Österreicher ist das Lesevergnügen aber nicht ganz billig: In Großbritannien kostet ein Abo mit zwölf Ausgaben 33,30 Pfund, in Österreich mit 65 Pfund (rund 78 Euro) fast doppelt so viel.

Der Name “Lonely Planet” hat seinen Ursprung übrigens in einer Verwechslung: Gründer Tony Wheeler glaubte diese zwei Wörter im Song “Space Captain” von Joe Cocker zu hören. Dieser singt in dem Lied aber eigentlich vom “Lovely Planet”. (red, kofferpacken.at)>