Die südspanische Stadt Málaga mausert sich gerade zum trendigen Reiseziel. Vor allem Foodies kommen hier auf ihre Kosten. Essen und Trinken wie im Schlaraffenland.

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Essen und Trinken in Málaga bedeutet vor allem eines: Vielfalt. Grund dafür sind Geografie und Klima. Die südspanische Hafenstadt ist vom mediterranen Klima inspiriert, aber auch von den Bergen im Umland. Im Westen befinden sich die Strände der berühmten Costa des Sol. An der Ostküste wachsen entlang der Costa Tropicana tropische Früchte wie Mangos, Papayas oder die Drachenfrucht. Und: „Dieser Küstenabschnitt ist die einzige Gegend in Europa, in der Zuckerrohr gedeiht“, erklärt Felipe von den Spain Food Sherpas, der kulinarisch interessierte Reisende durch Málaga führt.

Fruchtbare Regionen rund um Málaga

Zwischen den beiden Küstenabschnitten liegt Málagas „Obst- und Gemüsegarten“: Entlang des Flusses Guadalmedina gedeihen unter anderem bis zu 40 verschiedene Tomatensorten, erzählt der Guide. Rund um das Städtchen Ronda herrscht kontinentales Klima. „Hier wachsen Kastanien, wilde Schwammerln und es wird Honig gezüchtet und Rotwein gekeltert.“ Aufgrund der großen Vielfalt an Anbaumöglichkeiten im Umkreis von rund 100 Kilometern rund um Málaga und der kurzen Transportwege spricht Felipe von „zero kilometres“.

Sehenswert: Málagas Markt Atarazanas

Einen guten ersten Eindruck vom Essen und Trinken in Málaga bekommt man beim Besuch des ältesten und größten Marktes namens Atarazanas. Die Halle wurde vor mehreren Jahrhunderten als Werft von den Arabern erbaut, im 19. Jahrhundert als Markt umfunktioniert und vor einiger Zeit renoviert. Der Markt ist in drei Zonen eingeteilt: Fleisch, Fisch sowie Gemüse und Obst. Tipp: Am Montag ist die Fischabteilung geschlossen, weil die Fischer am Sonntag Ruhetag haben.

Málaga ist reich an Spezialitäten

Gleich nach dem Eingang präsentiert sich die kulinarische Bandbreite der Stadt in allen Formen und Farben: Fideúe ist Málagas Antwort auf die Paella – statt Reis werden für das Meeresfrüchte-Gericht schmale Nudeln aus der Region verwendet. Angeboten werden außerdem Fleischbällchen (albondigas) in Mandelsauce, Ensalada de Málaga mit gesalzenem Dorsch und Orangen und Broteintopf mit Gemüse.

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Málagas Markthalle

 

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Chorizo und andere Würste baumeln im Markt von den Stangen.

Diverse Würste, unter anderem salchichas und chorizo, baumeln wie im Schlaraffenland von Stangen, während unten in den Vitrinen Ziegenkäse und süße sowie salzige Patés auf Käufer warten. Einer der Stände hat sich auf Kroketten (croquetas) mit allen möglichen Füllungen spezialisiert. Allein beim Blick auf die prall gefüllten Vitrinen läuft einem regelrecht das Wasser im Munde zusammen.

Typisches Essen und Trinken in Málaga

Dem bunten Markttreiben zuschauen kann man ganz entspannt bei einem Teller boquerones al limon. Das sind frisch frittierte Anchovies, beträufelt mit ein paar Tropfen Zitrone. Die kleinen Fische werden als Ganzes in den Mund gesteckt, dazu trinkt man caña, ein kleines Bier, oder hausgemachten Sangria. Eine weitere typische Spezialität Málagas sind frittierte Auberginensticks mit Zuckerrohrsirup – weich, saftig, fettig, geschmackvoll.

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Boquerones al Limon und frittierte Auberginen mit Zuckerrohrsirup

Der Rundgang durch die Fleischabteilung ist nichts für zart besaitete Mägen: Rinderherzen, Schweineohren, Hufen, Nasen, Zungen und Ochsenschwänze – eine beliebte Eintopf-Zutat – werden hier angepriesen. „Bei uns in Málaga werden fast alle Teile vom Tier verwendet“, erklärt Felipe.

Berge von Oliven, Mandeln und Feigen

In der Obst- und Gemüseabteilung könnte man hingegen stundenlang verweilen. Hier türmen sich Berge von Orangen, Zitronen, Tomaten, Erdbeeren und wildem Spargel. Außerdem grüne und schwarze Oliven, ungefüllt, gefüllt, gewürzt, beträufelt, eingelegt, eingerieben. Getrocknete Feigen und Mandeln in Olivenöl werden ebenfalls feilgeboten. Und kleine Herzen, die aus jeweils einer getrockneten Feige und einer Mandel zusammengesetzt sind. Sie tragen den naheliegenden Namen „Herz von Málaga“.

Malaga Markt Foodtour

Erdbeeren, Schwammerln und Spargel am Markt von Málaga

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Wer Oliven mag, wird in Málaga fündig.

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Das “Herz von Málaga” besteht aus einer Mandel, die in eine getrocknete Feige gesteckt ist.

Was man über Spanischen Schinken wissen muss

Gleich neben den Markt liegt das Lokal „Gastrotienda Martina“. Wie der Namen schon sagt, eine Mischung aus Gastwirtschaft und Geschäft. Hier werden Schinken- und Käseverkostungen angeboten. Spanischer Schinken wird traditionell luftgetrocknet. Herkunft (Zucht), Futter, Reifezeit und Region sind Unterscheidungsmerkmale.

Malaga Schinkenverkostung

Schinken- und Käseverkostung in der Gastrotienda Martina

Der Schinken von weißen Schweinen ist als Serrano Schinken bekannt. Als Spezialität gilt der Schinken schwarzer Schweine (iberischer Schweine) – er wird als Iberischer Schinken oder Iberico de Bellota bezeichnet und ist unter anderem an der feinen Marmorierung erkennbar. Im Vergleich zu herkömmlichem Schinken zergeht er regelrecht auf der Zunge.

Beruf: Schinkenschneider

Die großen Schinkenkeulen hängen meistens über den Theken der Gastrotiendas, Tapas-Bars und Restaurants. Eine ganze Keule Schinken in bester Qualität kann ab 100 und bis zu 1.000 Euro kosten. Es ist eine eigene Kunst, von ihren unebenen Seiten hauchdünne Scheiben abzuschneiden. Dafür wird ein langes, dünnes Messer benutzt. In Spanien gibt es sogar professionelle Schinkenschneider, die sich diese Kunst quasi zum Beruf gemacht haben und dafür eine Spezialschule durchlaufen müssen: die Cortadores de Jamón.

In die Welt der Tapas eintauchen

Typisch für Málagas Küche sind natürlich auch Tapas. Guide Felipe erzählt die Entstehungsgeschichte der häppchenweise gereichten Portionen: „Früher, als die Menschen noch auf Pferden unterwegs waren, fragten sie oft nach Deckeln (spanisch: tapa), um damit ihre Getränke zu bedecken. Irgendwann haben die Kellner angefangen, kleine Stücke Schinken darauf zu legen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.“

Tapas in Malaga

Modern interpretierte Tapas in der taberna uvedoble in Málaga

Malaga Tapas

In der Bar Gloria Hoyos werden raciones, etwas größere Portionen als Tapas, serviert.

Die Tapas-Kultur ist nicht in ganz Spanien dieselbe: Während man zum Beispiel in Granada zu jedem Getränk ein gratis Tapa erhält, muss man die Tapas in Málaga meist extra dazu bestellen. Und  hat bei dem reichlichen Angebot die Qual der Wahl.

Essen in Málaga – Lokaltipps:

  • Gastrotienda Martina – Verkostung von Käse und iberischem Schinken, gleich neben dem Markt Atarazanas
  • taberna uvedoble – traditionelle Küche neu interpretiert, eher hochpreisig
  • Gloria Hoyos – hell, freundlich, gemütlich und etwas außerhalb des Trubels gelegen

Offenlegung

Vielen Dank an Spain Food Sherpas für die geführte Foodtour durch Málaga.

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#7ways2travel ist ein monatliches Blog-Projekt von sieben österreichischen Reisebloggern. Jeden Monat schreibt jeder von uns einen Beitrag zu einem gemeinsamen Thema. Im Februar 2018 verraten wir unsere persönlichen Tipps für Foodie-Reisen.

7ways2travel Reiseblogger Oesterreich

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