Weder teuer noch überlaufen: Wir verraten euch, wo und wie man auf Sardinien ganz unbeschwert eine schöne Zeit verbringen kann.

“Das steht ganz oben auf meiner Liste” oder “da wollte ich auch schon immer hin”. Mit wem man auch über Sardinien spricht, fast jeder hat die italienische Insel zumindest schon in Gedanken bereist. Leider hat das Eiland den Ruf, den Reichen und Schönen vorbehalten zu sein. Wir sind keines von beidem – und haben uns dort trotzdem pudelwohl gefühlt. Dass sich Sardinien auch mit weniger Budget bereisen lässt, zeigen wir hier.

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Norden, Süden, Osten oder Westen?

Sardinien ist zwar eine Insel, aber in ihrer Größe nicht zu unterschätzen. Wer das gesamte Eiland umfahren will, muss immerhin 2.000 Kilometer zurücklegen. Daher finden wir: Lieber stressfrei urlauben und sich auf eine bestimmte Region beschränken. Der Norden und der Nordosten liegen zwar unweit vom Flughafen in Olbia, sie beherbergen aber die überteuerten Lieblingsplätze des internationelen Jetsets. Der Südwesten soll grün und unentdeckt sein, ist aber ein gutes Stück entfernt.

So haben wir‘s gemacht: Wir sind am Flughafen in Olbia gelandet und haben uns für die Steilküste des Golfo di Orosei entschieden: Sie ist schnell erreichbar, landschaftlich vielseitig und – zumindest im Juni – kein wuselnder Touristeneintopf.

Der richtige Reisezeitpunkt

Ganz wichtig: In der Vor- und Nachsaison ist Sardinien wesentlich günstiger als in der Hochsaison im Juli und August. Das merkt man vor allem an den Zimmerpreisen. Außerdem soll die Insel im Hochsommer dermaßen mit Festland-Italienern überfüllt sein, dass man keinen ruhigen Flecken mehr findet. Wir haben einige junge Familien getroffen, die sich sagten: „Jetzt oder nie. Wenn die Kinder groß und in der Schule sind, können wir uns Sardinien sicher nicht mehr leisten.“

So haben wir‘s gemacht: Wir sind im Juni geflogen und haben nichts bereut. Auch den September stellen wir uns als angenehmen Reisemonat vor.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Am kürzesten ist man natürlich mit dem Flugzeug unterwegs. Wer Monate vorher bucht, kann mit etwas Glück einen sehr günstigen Flug ergattern. Am besten noch von zu Hause aus einen Mietwagen buchen. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, braucht vom italienischen Festland aus mit der Fähre nochmal fast einen Tag bis ans Ziel. Wie dem auch sei: Ohne fahrbaren Untersatz versäumt man die schönsten Flecken, außerdem liegen viele traditionelle Unterkünfte (Agriturismo) irgendwo im Nirgendwo.

So haben wir‘s gemacht: Wir waren mit Air Berlin unterwegs und von Österreich in eineinhalb Stunden am Flughafen Olbia. Außerdem haben wir auf’s Navi verzichtet, dafür mit Einheimischen ins Gespräch gekommen.

Schlafen: Günstige Alternativen zum Hotel

Besonders Pauschalurlaube in Hotels der gehobeneren Klasse sind auf Sardinien teuer. Aber es gibt Alternativen – die oft viel charmanter sind. Wer am Golfo di Orosei urlaubt dem empfehlen wir, in mehreren Orten Station zu machen, zum Beispiel in Orosei, Dorgali und Cala Gonone. So sieht man viel von der Gegend und kann die unterschiedlichsten Unterkunftsarten ausprobieren.

So haben wir’s gemacht: Die ganze Palette ausprobiert: vorbuchen, spontan übers Handy für den nächsten Tag buchen, einfach ohne Reservierung antanzen. Außerdem jegliche Art von Unterkunft: Vier-Sterne-Hotel, Appartement, Bed &] Breakfast und traditionelles Bauernhaus (Agriturismo).

Essen: von Pizza bis traditioneller Bauernküche

Keine Sorge: Auch das Essen kann man sich hier leisten, sofern man nicht im Nobelrestaurant in Promiorten wie Porto Cervo absteigt. Pizza schmeckt naturgemäß sehr lecker und kostet im Schnitt etwas weniger als hierzulande. Auf vielen Speisekarten stehen die traditionellen Culingionis, gefüllte Nudeln. Unbedingt probieren: Abendmenü in einem Agriturismo – meist gibt es Malloreddus (kleine Nudeln in Tomatensauce) und Wildschweinbraten. Nicht superbillig, aber sein Geld wert. Infos gibt‘s in Reiseführern, Hotels, auf Schildern am Straßenrand und in Prospekten, die oft im örtlichen Supermarkt aufliegen. Gerade in der Vorsaison ist eine Reservierung wichtig, weil es oft keine oder wenige andere Gäste gibt.

So haben wir’s gemacht: Auch hier haben wir querbeet alles ausprobiert – auch mal selbst gekocht.

Von Nichtstun bis Wandern

Jaaaa! Das Meer um Sardinien ist wirklich so klar und einladend, dass man sich ein bisschen wie in der Karibik fühlt. Wer an einem der unzähligen Badeplätze genug entspannt hat, kann am Golfo di Orosei auch wandern, klettern, Schluchten und Höhlen erkunden oder Kajak fahren.

So haben wir’s gemacht: Wir sind zwar viel auf der faulen Haut gelegen – aber die zweistündige Wanderung vom Cala Ganone zum Cala di Luna haben wir uns nicht nehmen lassen. Wichtig: Festes Schuhwerk anziehen und sich vorab um die Rückfahrt per Boot kümmern!

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Sardinien, Teil 2: Strand in Sicht! Mit dem Boot die Buchten am Golfo di Orosei erkunden