Nix da mit Händchenhalten! Sieben Gründe, um als Frau ohne Begleitung nach Verona zu reisen. Mit vielen Einkaufs- und Genuss-Tipps.

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Verona, die Stadt der Liebe, die Welt von Romeo und Julia. Auf Alleinreisende trifft man hier eher selten. Meistens sind es verliebte Pärchen, die Hand in Hand durch die engen Gassen schlendern. Aber, mal ehrlich: Wie viele der Männer wurden wohl zum romantischen Liebesurlaub regelrecht verdonnert? Und würden sich, wenn überhaupt, in Verona höchstens das Fußballstadtion genauer anschauen wollen? Wir finden: Verona ist eher ein Pflaster, auf dem man es sich alleine richtig gut gehen lassen kann. Hier sind schon mal sieben Gründe dafür:

1. Weil frau beim Übernachten andere Frauen unterstützen kann

Verona ist kein billiges Pflaster. Günstige Betten im einfachen Schlafraum bietet das Hostel „Protezione della Giovanne“. Es ist gleichzeitig ein Frauenhaus und finanziert sich teilweise dadurch, dass reisende Frauen dort gegen geringes Geld übernachten können.

2. Weil frau sich in Verona am besten alleine verirrt

Hand aufs Herz: Welcher Mann irrt schon gerne stundenlang durch geschichtsträchtige Gassen? Alleine macht das doch viel mehr Spaß: Frau entscheidet spontan, wo es langgeht. Ganz ungestört vor jedem einzelnen Haus stehen bleiben, um es zu knipsen. Und stundenlang in Cafés sitzen.

3. Weil frau sich in dieses Café verlieben wird

Verona_Muffins_kofferpacken.at

Es liegt etwas abseits des großen Trubels, direkt neben dem Dom – und ist einfach hinreißend: Das Café & Parole zählt zu jener Sorte von Kaffeehäusern, das frau am liebsten schon immer selber betreiben wollte. Klein, zierlich, hell und freundlich. An der Theke stapeln sich hausgemachte süße und saure Köstlichkeiten. Adresse: Piazza Duomo 1A

4. Weil frau sich in Verona ungestört dem Shopping-Wahnsinn hingeben kann

Kein Herumgemurre, wenn frau von einem Shop in den nächsten hopst. Neben den breiten, sehr belebten Gassen mit den vielen austauschbaren Marken gibt es in Verona in den Seitengassen auch viele Gustostückerln zu entdecken.

Einkaufs-Tipps

  • Parfümerie Oysia: Der kleine aber feine Laden hat sich auf einzigartige Parfums spezialisiert, die es in einer herkömmlichen Drogerie nicht gibt. „Manche Parfüms führe in ganz Italien sogar nur ich“, erzählt Inhaberin Halima. Preisklasse: 60 bis 250 Euro. Bisher kommen fast nur einheimische Kunden, aber auch Touristen sind willkommen. Adresse: Via Pescheria Vecchia, 5
  • Atelier Eme: Schwer zu beschreiben, aber dieses Brautkleid-Geschäft strahlt so viel Eleganz und Individualität aus, dass auch Heirats-Verweigerer Gusto bekommen. Die Kleider sind gleichzeitig schlicht und ausgefallen und von hoher Qualität. Wer 3.000 Euro oder mehr ausgeben will oder kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig. Adresse: Piazza Francesco Vincari
  • Art Frigo: Einmal über den Fluss und Bücherwürmer werden sich freuen. Das urige Studio verkauft Lampen, die wie beleuchtete Bücher ausschauen. Preis: 40 bis 60 Euro. „Wir fertigen auch Lampen aus Wunsch- beziehungsweise Lieblingsbüchern an“, erklärt die Besitzerin und Gründerin. Online-Shop & Kontakt: www.artfrigo.it

5. Weil frau in Verona neue Ufer erkunden kann

Die Altstadt von Verona ist UNESCO-Weltkulturerbe und liegt wie ein Juwel in der Schlaufe des Flusses Adige (Etsch). Es lohnt sich auf jeden Fall, dem Trubel und den vielen italienischen Schülergruppen zu entgehen und eine der Brücken zu queren. Hier endet die touristische Zone und das Alltagsleben beginnt. Viele Häuser sind genauso schön, nur weniger aufwändig oder gar nicht renoviert. Außerdem gibt es günstige Osterias, Geschäfte und Cafés, wo auch die Einheimischen einkaufen, essen und trinken.

6. Weil frau ohne schlechtes Gewissen richtig viel futtern kannTortellini in Verona, Italien

Mal ein paar Tage so richtig den Bauch vollstopfen und alles genießen, was die italienische Küche zu bieten hat: In Verona geht das wunderbar. Günstige, authentische Lokale finden sich außerhalb des touristische Teils der Altstadt. Über frische Pasta, Wein oder Parmesan als Souvenir freuen sich die Daheimgebliebenen bestimmt.

Einkaufs-Tipp:

  • Im Pasta-Laden „Casa del Raviolo“ gibt es frische, hausgemachte Nudeln aller Sorten zu guten Preisen (10 bis 22 Euro pro Kilo): Tagliatelle, Tortellini, Ravioli etc. Dass sich hierher bis dato eher wenige Touristen verirren, verrät die Tatsache, dass kaum Englisch gesprochen wird. Via Carducci 27B
    Tipp: Gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Käseladen.

7. Weil frau sich die volle Dröhnung Kitsch geben kannHaus von Romeo und Jula in Verona

Wo sonst geht es kitschiger zu als in jener Stadt, in der Shakespeares Liebestragödie Romeo und Julia spielt? Im „Haus von Romeo und Julia“ verewigen Tag für Tag unzählige Verliebte ihre Liebesschwüre: auf einem Zettel, der mit Kaugummi an die Wand geklebt wird. Dass das eigentlich verboten ist, stört niemanden. In den Geschäften in der Nähe gibt es reinsten Kitsch und viele Souvenirs mit roten Herzen zu kaufen.

 

Koffer packen und los geht’s:

  • Mit dem Zug nach Innsbruck und von dort aus in rund dreieinhalb Stunden direkt nach Verona. Der Gardasee ist nicht weit – ein kurzer Städte-Trip lässt sich also gut mit einem Badeurlaub kombinieren.
  • Lieber mit dem Rucksack statt mit dem Koffer reisen – es ist mühsam, den Koffer über das holprige Kopfsteinpflaster zu rollen.
  • Direkt gegenüber vom Bahnhof befindet sich der Busbahnhof. Die Busse ins Stadtzentrum fahren vom Bahnsteig B1 ab. Kleingeld parat halten: Busfahrt (zwei Euro) am Automaten im Bus zahlen. Aussteigen, sobald die Arena in Sicht ist.