In einem Wald mit grünen Bäumen, steinigen Wegen und seltsamem Geruch, dort wohnen die Trolle. Dieser Wald nennt sich Trollskogen und ist an der nördlichen Spitze der schwedischen Insel Öland. Wir haben uns auf die Suche nach den Trollen gemacht …

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Rundherum nur grüne Laub- und Nadelbäume und verschnorkelte Äste. Ein bisschen gruselig ist es hier schon, wenn die Sonne sich keinen Weg durch das Dickicht bahnen kann. Ein paar Meter weiter sieht der Wald schon wieder ganz harmlos aus. Sonnenstrahlen reflektieren die hellen Steine am Boden. Doch was ist das? Ein seltsamer Geruch … war das ein Troll?
Die Legende besagt, dass hier im Trollskogen, zu Deutsch Trollwald, an der nördlichen Landzunge der schwedischen Insel Öland, Trolle leben. Man sieht sie kaum, sie verstecken sich gut, doch ihr starker Geruch verrät sie. Die Fabelwesen haben keine bösen Absichten, sie verbergen sich nur gerne vor den Besuchern und führen sie mit ihrem Geruch in die Irre.

Mitten im Zauberwald - hier suchen wir nach den schwedischen Fabelwesen, den Trollen.

Mitten im Zauberwald – hier suchen wir nach den schwedischen Fabelwesen, den Trollen.

„Trolla“ bedeutet „zaubern“

Im schwedischen bedeutet „trolla“ „zaubern“ und so scheint es, als wäre man im Trollskogen tatsächlich in einem verzauberten Wald gelandet. Wie im Märchen schreitet man von Lichtung zu Lichtung und findet sich jedes Mal in einer anderen Kulisse wieder. Mal steht eine der ältesten Eichen von Öland vor einem, die Zaubereiche namens Trolleken. Mal bahnt man sich seinen Weg durch die Äste an den steinigen Strand.
In der Nähe der Ostküste steht die besonders alte und verwachsene Eiche Trolleken (dt. Zaubereiche). Es ist eine der ältesten Eichen Ölands. Krumm gewachsene Bäume säumen den Weg und ein paar Meter weiter hört man die Wellen der Ostsee am Steinstrand ankommen. Umgestürzte Bäume und verwachsene Gebilde laden die Besucher ein in den Märchenwald einzutauchen.

Am Strand im Nordosten des Trollwaldes hört man nur das Rauschen der Wellen.

Am Strand im Nordosten des Trollwaldes hört man nur das Rauschen der Wellen.

Ein Schiffswrack am Waldrand

An der Ostküste des Trollskogen liegt einsam und verlassen ein Schiffswrack des Schoners Swiks. 1926 geriet das Schiff in einer Winternacht in ein starkes Unwetter und lief auf eine Sandbank vor der Küste auf. Die Besatzung konnte sich mit Rettungsboten nach Grankullavik retten, doch das Wrack liegt seither am Rande des Trollskogen.

Das Schiffswrack des Schoners Swiks liegt seit 1926 hier.

Das Schiffswrack des Schoners Swiks liegt seit 1926 hier.

Drei Routen durch den Wald

Es gibt drei befestigte Wege, die durch den Trollskogen führen. Die kürzeste Route mit knapp einem Kilometer ist für Kinderwägen und Rollstühle zu befahren. Die mittlere Route mit etwas mehr als zwei Kilometern bietet einen netten Einblick in die Flora des Waldes, doch nur auf dem viereinhalb Kilometer langen Rundweg kann man den gesamten Trollskogen erwandern. Der Weg ist einfach zu begehen, es gibt keine Steigungen, doch sollte man mit geschlossenen Schuhen spazieren, denn es warten unterschiedliche Untergründe auf die Besucher. Und wer weiß … vielleicht auch der eine oder andere Troll. Augen und Nasen offen halten!

Eine der ältesten Eichen "Trolleken" taucht auf einer Lichtung auf.

Eine der ältesten Eichen „Trolleken“ taucht auf einer Lichtung auf.

 

Kofferpacken und los geht’s …

Der Trollskogen befindet sich an der nördlichsten Spitze von Öland. Er ist einfach mit dem Auto zu erreichen und hat einen großen Besucherparkplatz. Am Eingang des Waldes bieten einige kleine Holzhütten Informationen zur Flora und Fauna des Waldes – kein Eintritt. Es empfiehlt sich vor dem Besuch das stille Örtchen aufzusuchen, auch wenn es dort eine Toilette gibt (nicht sehr empfehlenswert). Im Sommer ist eine Kopfbedeckung sinnvoll, vor allem bei der großen Runde, da man hier lange direkt in der Sonne läuft.