Das Snowhotel im Norden Norwegens ist ein teurer Spaß, der Jahr für Jahr neu aufgebaut wird.

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Eingang zum Schneehotel in Kirkenes, Norwegen

Eingang zum Snowhotel

Es ist Abend und der Wind heult laut auf. Ein warmes Bett in einem gut geheiztem Hotelzimmer – das wär‘ jetzt was. Stattdessen wird der Reißverschluss der Jacke noch höher gezogen, die Haube tiefer in die Stirn geschoben. Fünf Grad minus hat es im Snowhotel im norwegischen Kirkenes, nur ein paar Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Von außen sieht das Hotel unscheinbar aus, wie ein weißer, langgezogener, riesiger Schneehaufen. Nur ein kleines blaues Schild weist auf den Eingang hin.

Eisskulpturen im Eingang

Eisskulpturen im Schneehotel

Eisskulpturen und Begrüßungsdrinks in Stamperln aus Eis in der Hotellobby

Drinnen ist es still und kalt, in der Eisbar der “Eingangshalle” stehen Eisskulpturen, serviert wird Wodka in Gläsern aus Eis. Die Gäste, eingepackt in dicke Winterjacken, wandeln wie im Trance umher und schießen ganz entzückt ein Foto nach dem anderen. “Ins Bett kann ich jetzt noch nicht gehen”, sagt eine Amerikanerin in aufgeregtem Ton. Zwei Gänge führen zu den Zimmern. Sie sind statt mit Türen nur mit Vorhängen ausgestattet, damit die Luft zirkulieren kann. Die Besucher schlafen auf echten Betten mit Thermo-Matratzen. Um die Holzgestelle herum sind aber Eisblöcke geformt, sodass es aussieht, als wären sie aus Eis gebaut. Auch wenn es kalt ist, erfrieren muss man nicht: Die bereitgestellten Schlafsäcke wärmen auch noch bei bis zu minus 35 Grad Kälte.

Schnee isoliert gut

Das Snowhotel wurde erstmals 2006 aufgebaut. Seither entsteht jeden Winter eine neue Herberge aus Schnee, die vier Monate lang geöffnet hat. Die Betreiber des Hotels haben sich die Isolierfunktion von Schnee zunutze gemacht: Auch wenn es draußen mal minus 30 Grad Celsius hat – im Hotel herrscht ein ständiges Temperaturniveau von rund fünf Grad. Schnee und Eis kommen direkt aus dem zugefrorenen See neben dem Hotel. Das Eis wird mit Kettensägen zugeschnitten und mit Schneemobilen ins Hotel gebracht. Für die Eisskulpturen in der Bar und in den Zimmern werden jedes Jahr andere Künstler engagiert. Im Frühjahr wird das Hotel aus Sicherheitsgründen rund einen Monat vor der Schneeschmelze geschlossen. Ende April ist dann vom winterlichen Märchenhotel nichts mehr zu sehen. (Maria Kapeller, kofferpacken.at)

 

Koffer packen und los gehts’s:

  • Alljährlich geöffnet von 20 Dezember bis 20. April
  • Preise: Die Nacht im Doppelzimmer kostet knappe 310 Euro pro Person. Inkludiert: Transfer von der Stadt ins Hotel, 3-Gang-Abendmenü im Restaurant Gappa (wo Rentierwurst über offenem Feuer gegrillt wird), Sauna und Frühstück.
  • Anreise: Mit Norwegian von Salzburg oder Wien nach Oslo und von dort aus weiter nach Kirkenes.
  • Information: www.kirkenessnowhotel.com