7ways2travel ist eine Kooperation von sieben heimischen Reisebloggern. Einmal im Monat schreibt jeder auf seinem Blog über ein gemeinsames Thema. Diesmal zeigen wir jeweils sieben Bilder, die bisher nicht auf dem Reiseblog veröffentlicht wurden. Die Fotos von kofferpacken.at sind alles andere als einladend. Aber sie geben einen Einblick in den wenig glamourösen Alltag von Vielreisenden. Bitte sehr.

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Luxuriöse Designersuiten, Spas mit Whirlpool und Haubenküche. So stellt man sich den perfekten Urlaub vor, oder? Der Alltag von Vielreisenden sieht aber häufig anders aus. Abgeranzte Betten, die Dusche am Gang, ein paar Scheiben Toastbrot zum Frühstück. Gerade wer länger unterwegs ist, kann sich schlicht und einfach keine Luxusherbergen leisten.

Hostel oder Hotel? Bulgarische Kreativität.

Hostel oder Hotel? Bulgarische Kreativität.

Wir finden: Das ist gut so. Denn wir wollen nicht in sterilen, überteuerten Hotelkomplexen nächtigen, die übermächtigen Konzernen gehören. Wir wollen uns dort aufhalten, wo sich das ganz normale Leben abspielt. Wo wir mit unserem Dasein kleine, heimische Betriebe unterstützen. Den Kontakt zu Einheimischen und anderen Reisenden knüpfen. Wer auf eine einfache Art und Weise unterwegs ist muss lernen, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Die beste Gelegenheit, um sich in Dankbarkeit und Demut zu üben.

Übernachten in Hostels und anderen Absteigen

Saubers Hostel-Bett in Penang, Malaysia

Sauberes Hostel-Bett in Penang, Malaysia

So sieht der Idealfall eines Schlafsaals im Hostel aus: modern, sauber und mit frischer, weißer Bettwäsche überzogen. Klar, das Zimmer teilt man sich mit anderen Reisenden. An sich kein Problem – nur wenn Schnarcher im Raum sind, werden die Nerven auf die Probe gestellt. Saubere Betten sind aber nicht immer die Norm. Wer häufig unterwegs ist, hat deshalb stets einen dünnen Seidenschlafsack zur Hand.

Exkursion: Die Chungking Mansions in Hongkong

Eine der günstigsten Schlafmöglichkeiten im teuren Hongkong sind die legendären Chungking Mansions. Eine skurrile Absteige: Der 17-stöckige Gebäudekomplex liegt in der Einkaufsstraße Nathan Road, Stadtteil Tsim Sha Tsui. Es wurde 1962 als Wohn- und Geschäftsgebäude gebaut, verfiel aber mit der Zeit. Heute befinden sich darin rund 90 Billig-Herbergen mit insgesamt mehr als Tausend Betten.

Zimmer in den Chungking Mansions, Hongkong

Zimmer in den Chungking Mansions, Hongkong

Um zu den Mini-Zimmern zu gelangen muss man zuerst das „Einkaufszentrum“ im ersten Stock durchqueren: Hier handeln vor allem Inder, Pakistani, Nepalesen und Afrikaner mit Elektronikartikeln. Es wimmelt von Menschen, mehr als 4.000 Leute sollen sich Tag für Tag im Komplex aufhalten. Der Anthropologe Gorden Mathews beschreibt die Chungking Mansions als „Globalisierung der unteren Klasse“, weil Händler aus vielen Ländern der Welt  kleine Geschäfte machen und in billigen Zimmern unterkommen können. Angeblich werden hier rund 20 Prozent aller Mobiltelefone im Afrika südlich der Sahara gehandelt.

Katzenwäsche in Schimmel-Bädern

Die Kakerlaken im Badezimmer der Chungking Mansions sind nicht gerade appetitlich. Noch schlimmer sind aber Bäder, die vor Schimmel nur so strotzen. Dabei stoßen auch wir an unsere Grenzen. Denn es gibt nichts angenehmeres, als sich nach einem langen Tag den Schmutz und Staub einer Stadt abzuduschen. Danach fühlt man sich wie neu geboren.

Schimmel-Dusche in Asien

Schimmel-Dusche in Asien

In Gästehäusern mit extrem verschimmelten Duschen haben wir auch schon mal auf die tägliche Körperpflege verzichtet. Was wir uns dabei immer in Erinnerung rufen: Wir Reisenden steigen ein paar Wochen später wieder ins Flugzeug, daheim warten blitzblanke Bäder und sauberes Wasser auf uns. In vielen Ländern sind für einen großen Teil der Bevölkerung schlichtweg keine höheren Standards möglich.

Massenabfertigung beim Frühstück

Auf Instagram & Co. posten Reisende meistens Frühstücks-Bilder von frischen Kokosnüssen, Avocados mit Ei und knusprigen Croissants. Schön und gut. Wer länger unterwegs ist und in Hostels nächtigt, bekommt in der Früh meistens ein etwas kargeres Mahl vorgesetzt. Wenn überhaupt.

Hostel-Frühstück in Sydney, Australien

Hostel-Frühstück in Sydney, Australien

Diese Momentaufnahme des „Frühstücksbüfetts“ in einem Hostel in Sydney, Australien, zeigt, wie man sich als Hostelgast für den Tag stärkt. Dass man danach auch noch den Abwasch erledigen muss, versteht sich von selber.

Hostel-Küche in Battambang, Kambodscha

Hostel-Küche in Battambang, Kambodscha

Ein überraschend schmackhaftes Frühstück wird dagegen im Hostel „Smoking Pot“ zubereitet. Auch, wenn die Küche auf den ersten Blick nicht danach aussehen mag. Das „Smoking Pot“ (der Name ist hier Programm) in der Kleinstadt Battambang, Kambodscha, ist das günstiges Hostel, das uns je untergekommen ist. Reisende können sich für rund einen US-Dollar ein Doppelzimmer teilen. Das Gästehaus ist in einem schäbigen Gebäude untergebracht, die Wände im Gang sind mit Graffiti beschmiert. Vor allem junge Reisende nutzen die günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Unterwegs mit Bus und Zug

Auch beim Herumkommen steigen Vielreisende meistens nicht in Taxis, sondern in ganz normale Busse und Züge. Busfahren ist eine simple und günstige Möglichkeit, um sich direkt unter die Einheimischen zu mischen. Ein Lächeln, ein kurzes Gespräch und schon ist das Eis gebrochen. Oft sind die Busse alt und die Straßen holprig, aber wir sind immer noch ans Ziel gekommen.

Bus in Myanmar (Birma)

Busfahren in Myanmar (Birma)

So wie 2012 in Myanmar (Birma): Es rattert und knattert. Wenn der Motor erst einmal läuft, wird er auch bei Zwischenstopps nicht mehr abgeschaltet. Die Befürchtung, dass er nicht mehr anspringt, ist zu groß. Wir befinden uns auf einer durchlöcherten Straße vom Landesinneren an die Küste. Der Boden des Busses besteht hauptsächlich aus zerschlissenen Holzbrettern, die an einigen Stellen durchgebrochen sind. Die Löcher sind aber bald gestopft – von unseren Rucksäcken. Und von den unzähligen prall gefüllten Reissäcken, die an gefühlt jeder zweiten Bushaltestelle aufgeladen werden.

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Und das sind die sieben bisher unveröffentlichten Fotos der #7ways2travel-Kollegen:

Die Reisebloggerin bei 7ways2travel