Bauernherbst im Salzburger Land: Beim jährlichen Almabtrieb in Krimml ist der ganze Ort auf den Beinen. Bevor man sich als Besucher mit unters Volk mischt, lohnt ein Abstecher zu den Krimmler Wasserfällen.

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Das Wasser kommt direkt aus dem Gletscher. Bis zu zwölf Stunden dauert es, bis es sich seinen Weg gebahnt hat. Die weiße Gischt rauscht in den Ohren, blendet die Augen. An manchen Stellen formen sich kleine regenbogenartige Wölkchen, wenn die Sonnenstrahlen aufs kühle Nass treffen. Die Krimmler Wasserfälle sind die höchsten Wasserfälle Europas: Sie schaffen es insgesamt auf eine Fallhöhe von 380 Metern.

Krimmler Wasserfälle

Als Besucher kann man ganz nah dran: Ein Wanderweg führt direkt entlang des Wassers, immer wieder bleibt man auf Aussichtskanzeln stehen, um das Naturschauspiel zu bewundern. Wer am Ende nicht genug bekommt, könnte übers Achental stundenlang weiterwandern – bis nach Südtirol.

Die Krimmler Wasserfälle im Pinzgau

Das Wasser der Krimmler Wasserfälle kommt aus dem Gletscher.

Nationalpark-Ranger Hannes Muhr erklärt die nachgewiesene heilende Wirkung des Sprühnebels, der dem untersten der drei Wasserfälle entsteigt: Kleinste elektrisch geladene Wasserteilchen stimulieren das Immunsystem und befreien die Atemwege. Die Luft ist hier oben besonders frisch und klar – gerade für Städter anfangs gewöhnungsbedürftig. Dazu kommt die Bewegung. „Ich verstehe Gehen als Bewegungsmeditation“, sagt der Ranger. Er ist es gewohnt, seine Gäste im Rahmen von “Gesundheitswanderungen” langsam und Schritt für Schritt zu begleiten.

Bauernmarkt mit TraditionAlmabtrieb in Krimml - Bestaunen der Kuhglocken

So viel frische Luft macht hungrig. Gut, dass die Krimmler den Almabtrieb jedes Jahr mit einem großen Bauern-Schmankerlmarkt feiern. Der Almabtrieb ist das Dankfest der Bauern, wenn das Vieh gesund vom Almsommer zurück ins Tal kommt. Die Tiere werden für den Abtrieb und den festlichen Umzug geschmückt, das Klingen der Glocken soll Dämonen vertreiben. Verunglückt ein Tier im Almsommer oder ereignet sich ein Todesfall in der Familie, wird das Almvieh nicht geschmückt und bleibt dem Festumzug fern – so will es die Tradition. Das ist in diesem Jahr leider der Fall.

Umhzug beim Krimmler Bauernmarkt

Trotzdem gibt es viel zu sehen: Die Bauern stellen auf fahrenden Pferdewägen ihr Leben nach. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Von der Sennerei bis zum Beisammensitzen in der Stube ist so einiges dabei. Das Spektakel wird von einer Musikkapelle und von Schnalzern begleitet.

Pinzgauer Bauernkrapfen

Pinzgauer Schmankerln dürfen am Bauernmarkt natürlich nicht fehlen: Honig, Käse, Speck, Schmalzbrote und Bauernkrapfen mit Preiselbeeren zum Beispiel. Oder herzhafte Krimmler Musi-Krapfen, je nach Wahl mit Eierschwammerln oder Kartoffeln gefüllt.

Rübenkraut-Stampfen am Bauernmarkt

An einem Stand stampft ein Mädchen Wasserrüben in einem Bottich aus Holz. Barfuß. „Da kommen noch Kümmel, Salz und Wacholderbeeren dazu“, erklärt sie. Dann wird der Bottich zugedeckt, mit einem Stein beschwert und drei Wochen lang nicht mehr geöffnet. Wie mundet das selbst getretene Rübenkraut? „Ich ess’ das nicht, aber meiner Tante schmeckt das so gut”, sagt sie und stampft weiter.

 

Koffer packen und los geht’s:

  • Unterkunft zum Beispiel in Krimml, Neukirchen am Großvenediger oder Bramberg am Wildkogel
  • Der Krimmler Wasserfallweg ist vier Kilometer lang und noch bis Ende Oktober 2015 in rund eineinhalb Stunden begehbar.
  • Der Salzburger Bauernherbst feiert heuer sein 20-Jahres-Jubliläum. Insgesamt finden von August bis Anfang November 2.000 Feste in 73 Bauernherbst-Gemeinden statt. Das diesjährige Motto lautet „Hoagschtn“. Weitere Termine: www.bauernherbst.com

 

Offenlegung
Wir waren im September 2015 drei Tage lang auf Einladung der Salzburger Land Tourismus GmbH im Pinzgau unterwegs. Meinungen, Bilder und Texte sind wie immer „hausgemacht“.