Nur Trockenfisch und Fleischbällchen in Schweden? Falsch gedacht! Wir haben uns durch die schwedische Kulinarik gekostet und ein paar (virtuelle) Leckerbissen mitgebracht.

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Ja, es stimmt. Die Schweden essen viel Fleisch und auch viel Fisch. Und ja, die Speisekarte bei Ikea bietet durchaus ein paar Menüs, die sich auch in Schweden großer Beliebtheit erfreuen.

Das Kök & Bar von Amir in den Saluhallen von Göteborg: Seine Spezialität sind schwedische Köttbullar nach eigenem Geheimrezept.

Das Kök & Bar von Amir in den Saluhallen von Göteborg: Seine Spezialität sind schwedische Köttbullar nach eigenem Geheimrezept.

Fleischbällchen – ein “Must-Try”

Gleich mal vorweg: Auch wenn es klischeehaft klingt, die klassischen Köttbullar (ausgesprochen Schötbülahr) sind einfach ein “Must-Try”. Hände weg davon in Restaurants oder Imbissen direkt bei Sehenswürdigkeiten, das sind reine Preisfallen und außerdem eher dürftig oder lieblos vorbereitete Portionen. Ganz im Gegensatz dazu beweisen sich die Köche in den “Saluhallen”, den Markthallen quer durch Schweden. In den “Kök & Bar” präsentieren die Köche ihre eigens kreierten Rezepte zu fairen Preisen, so wie Amir aus Persien, der seine eigenen Restaurant in Göteborg leitet. “Ich liebe die schwedische Küche und koche deshalb sehr gerne schwedisch, auch wenn es der Küche aus meinem Heimatland nicht so ähnlich ist. Ich habe für meine Kötbullar ein eigenes Rezept kreiert, vor allem die Gewürze in der Sauce sind sehr wichtig!”, schmunzelt er. Seine Zutaten möchte er uns leider nicht verraten, deshalb essen wir seine schwedischen Fleischbällchen in feiner Sahnesauce mit vollem Genuss und versuchen uns auch nach der Reise noch an den Geschmack zu erinnern. Kötbullar werden meistens mit Kartoffelpüree, Salat und der traditionellen Preiselbeerauce serviert.

Die Mittagsmenüs bieten Salatbuffets mit Brot, eine Hauptspeise, Wasser und Kaffee für einen guten Preis.

Die Mittagsmenüs bieten Salatbuffets mit Brot, eine Hauptspeise, Wasser und Kaffee für einen guten Preis. Oben das Café Agnez in Malmö (auch mit veganen Speisen), unten Le Petit in Haga, Göteborg.

Schwedische “Husmanskost”

Die schwedische “Husmanskost” ist deftig, bietet viel Fleisch und mächtige Portionen mit vielen Kohlenhydraten. So ist es beispielsweise üblich zu frittierten Kartoffelpuffern dicke, gebratene Speckscheiben zu verputzen. “Smörrebröd” bedeutet im Grunde nichts anderes als Butterbrot. Dennoch können Schwedens Besucher etwas mehr erwarten, wenn sie einen Laden mit der Aufschrift Smörrebröd erblicken. Auf dünnen Knäckebrotscheiben werden kunstvoll Fleisch, Fisch sowie Gemüse, Majonnaise und Gewürze aufgetürmt. Es ist eine wahre Herausforderungen sie zu essen, ohne den Brotbelag auf seinen Schuhen wiederzufinden.

Deftige "Husmanskost" mit Kohlenhydrate und Fleisch.

Deftige “Husmanskost” mit Kohlenhydrate und Fleisch.

 

Überall hört man, dass das Essen in Schweden sehr teuer ist. Das kann man nicht verallgemeinern. Viele Cafés und Restaurants bieten spezielle Mittagsmenüs, die eine Hauptspeise, ein Salatbuffet mit Brot, Wasser und einen Kaffee beinhalten. Und das meistens sogar unter 10 Euro. Im ältesten Stadtteil von Göteborg, Haga, gehört dies zum guten Ton. Egal ob Pizza, Nudeln, klassische schwedische Hausmannskost – hier kann man für kleines Geld schlemmen und oft außergewöhnliche Salatvariationen und selbst gebackenes Brot genießen. Auch Verfechter der vegetarischen oder veganen Küche kommen in Schweden nicht zu kurz – viele Cafés und kleine Restaurants bieten vegane Speisen an.

Fika – Süßes Schweden

Nicht nur die salzigen Speisen sind in Schweden einen Versuch wert. Man sollte immer noch etwas Platz für ein Dessert lassen. Fika nennt sich in Schweden die traditionelle Kaffeepause. In Malmö erklärt man uns, dass man nur richtig in Schweden angekommen ist, wenn man sich zwischendurch, so ab und zu, eine Pause mit einem Kaffee und einem oder mehreren Plunderteigstücken gönnt.

Fika - die schwedische Kaffeepause. Nie ohne Süßspeisen.

Fika – die schwedische Kaffeepause. Nie ohne Süßspeisen.

 

Wenn es nur ganz leicht nach Zimt riecht, so zieht uns das bei unserer Schwedenreise magisch an, dann gibt es nämlich Kanelbullar – Zimtkugeln. Diese Zimtkugeln ähneln unseren Zimtschnecken und sind besonders lecker, wenn sie noch warm serviert werden. Unser absoluter Top-Tipp – sogar in den einfachsten Cafés bei Schwedens Campingplätzen werden Kanelbullar verkauft und oft sogar selbst gebacken.

In den Cafés und Restaurants finden sich oft lange Listen mit Dessertvorschlägen, durch die man sich kosten kann. Es gibt grünes Marzipan, dicke Schokolade, Kuchen in Herzform, picksüße Kokoskugeln, heiße Schokolade mit Marshmallows und im Sommer wird Softeis in die unterschiedlichsten Streusel oder Kekskrümel getaucht. Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen, gibt es an jeder Ecke Lakritze-Buden, die die langen Schlangen in allen Farben verkaufen.

Internationale Küche in Schweden

Im Koh Panghan kann man einen Ausflug nach Thailand machen, und das mitten in Stockholm.

Im Koh Panghan kann man einen Ausflug nach Thailand machen, und das mitten in Stockholm.

Wenn man mal genug hat von Fisch und Köttbullar, so bietet Schweden auch eine kulinarische Weltreise an. Wie in jedem touristisch gut erschlossenem Land sehen wir uns auch in Schweden Pizza und Asiatisch essen. Unser Tipp: Auf Stockholms Södermalm einen Kurztrip auf die thailändische Insel Koh Panghan unternehmen. Hier speisen die Gäste in einem Tuk-Tuk, unter Palmen oder in einer Steinhöhle. Die Preise sind nicht ganz günstig, aber durchaus angemessen, die Qualität besticht.

 

Kofferpacken und los geht’s – Schmackhafte Preise:

  • Köttbullar in den Göteborger Saluhallen 65 SEK (knapp 7 Euro) bei Amirs Kök & Bar
  • Kanelbullar zwischen 20 und 40 SEK (2 bis 4 Euro)
  • Mittagsmenü in einem Café zwischen 65 und 110 SEK (7 bis 12 Euro) – unser Tipp: Le Petit in Haga, Göteborg (Insider-Tipps inklusive!)