Wenn man eine Reise tut, kann man was erzählen. Nicht so lustig sind die Erzählungen vom verloren gegangenen Koffer, oder von den Diskussionen mit dem Flughafenpersonal. Was tun, wenn das Gepäck auf eine eigene Reise geht?

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Das Gepäckband setzt sich in Bewegung. Ein paar Minuten nichts. Dann kommt der erste Koffer an. Mit großen Lücken folgen ihm weitere Reisetaschen, Rucksäcke und Trolleys. Das Spiel mit dem Kofferkarussell am Flughafen ist jedes Mal wieder nervenaufreibend. Zuhause hängt man extra noch eine große bunte Schleife an den Griff des schwarzen Standardkoffers, um ihn sofort zu erkennen und den innerlichen Jubelschrei schon am Beginn des Gepäckbandes ausstoßen zu können. Doch was, wenn der Koffer diesmal tatsächlich nicht aus den unergründlichen Sphären des Flughafens kommt?

Ruhe bewahren

Wichtig ist: Die Ruhe bewahren. Denn in den meisten Fällen ist das Gepäck nur verzögert und kommt ein paar Stunden später am richtigen Zielflughafen an. Egal wie es ausgeht, der Gang zum Gepäckschalter der Airline ist unumgänglich. Dort zeigt man den Mitarbeitern am Schalter alle relevanten Dokumente: Reisepass, Flugticket, Gepäcksabschnitt (wird oft ans Ticket oder auf die Rückseite des Reisepasses geklebt) und eine Beschreibung des Gepäckstückes. Tipp: Fotos des Gepäckstückes auf der Kamera haben, die Marke des Koffers wissen und einige Inhalte beschreiben, wie zum Beispiel die Farbe der Schuhe, die Inhalte des Kulturbeutels oder ein bestimmtes Kleidungsstück.

Das Gepäck orten

Die Nummer auf dem Gepäckabschnitt (Luggage Tag) hilft den Mitarbeitern, das Gepäckstück zu orten. Bei Umbuchungen wird es kompliziert, vor allem, wenn mehrere Fluggesellschaften involviert sind. Hier müssen die Mitarbeiter erst die zuständige Airline ausfindig machen, was den Prozess verzögern kann.

„Starterpaket“ und Tagessatz

Ist das Gepäck tatsächlich nicht am Zielort, bekommt man von den meisten Airlines eine Art Starterpaket, das zumeist aus einem T-Shirt, Zahnbürste und –pasta, einer Haarbürste und den gängigen Kosmetikartikeln besteht. Generell gilt für notwendige Besorgungen ein Tagessatz, der von Airline zu Airline unterschiedlich sein kann. Für den ersten Tag gilt ein Betrag von 40 bis 50 Euro, jeder weitere Tag ist mit 20 bis 25 Euro zu berechnen. Dies gilt bis zu fünf Tagen, danach wird individuell verfahren.

Ist das Gepäckstück permanent verschwunden, kommt die Airline für einen Betrag bis zu 1.300 Euro auf, unabhängig davon ob der Inhalt mehr wert war oder nicht. Diese und weitere Richtlinien über die Beförderung im internationalen Luftverkehr sind im so genannten Montrealer Abkommen geregelt.

Hartnäckig sein zahlt sich aus

Zurück zum verlorenen Gepäck – es gilt, beharrlich zu sein: Kommt das Gepäck auch nach zwei bis drei Tagen noch nicht an, ruft man am besten täglich bei der zuständigen Airline am Flughafen an. Die Telefonnummer ist auf der Bestätigung des Gepäcksverlustes zu finden. Hartnäckig sein zahlt sich aus, Englischkenntnisse sind im Ausland meist von Nöten.Der Supervisor weiß mehr, als reguläre Angestellte und bei anhaltender Unwissenheit über den Verbleib des Gepäcks richtet man sich am besten an das Headquarter der Fluglinie.

Für Ausgaben in der Zwischenzeit muss die Airline gerade stehen. Alle Rechnungen sammeln und am besten noch in der Urlaubsdestination an die zuständige Stelle bringen. Kopien machen nicht vergessen, um im Zweifelsfall noch Beweise zu haben.

Fazit: Hartnäckigkeit und höflicher Druck helfen

Dass der Koffer eine eigene Reise macht, kann schon mal passieren. Die Organisation am Flughafen ist ausgeklügelt, weshalb die meisten Gepäckstücke auch schnell wieder auftauchen. Die Devise lautet im Falle des Falles hartnäckig zu sein, genau zu sein und alles aufheben, was anfällt.

Und nicht vergessen, dass die Damen und Herren am Schalter und am Telefon nicht die Schuld für den Verlust des Gepäckstückes tragen. Ein wenig Druck kann nicht schaden, aber immer höflich bleiben und darauf hoffen, dass das Gepäck unbeschadet und mit einer Menge Reiseerfahrung wieder zum Eigentümer zurück kommt … (Daniela Nowak, kofferpacken.at)