Salzburg ist ein teures Pflaster. Auch, was das Essen betrifft. Fünf kulinarische Tipps, für die man nicht in teure Restaurants oder Geschäfte gehen muss.

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Salzburg ist eine Stadt mit vielen Touristen. Wer für einen Kurztrip kommt, testet bestimmt das eine oder andere Lokal in der Innenstadt aus. Aber manchmal ist es auch schön, sich ein Stück abseits ausgetrampelter Pfade zu bewegen. Da, wo es die Einheimischen auch tun. Das eröffnet neue Sichtweisen, bringt einen in Kontakt mit interessanten Leuten. Und obendrein spart man im recht hochpreisen Salzburg auch noch Geld. Fünf Tipps für Liebhaber von gutem, einfachen Essen für die nächste Salzburg-Reise:

1. Frühstück aus der St. Peter Stiftsbäckerei

In der ältesten Bäckerei Salzburgs duftet es beim Eintreten intensiv nach frischem Brot. Seit mehr als 700 Jahren wird hier gebacken. Und zwar hauptsächlich Schwarzbrot aus Natursauerteig im holzbefeuerten Ofen.

Stiftsbäckerei St. Peter in Salzburg
Das Roggenmehl wird vor Ort gemahlen, der Strom dafür kommt vom Mühlrad direkt vorm Eingang. Verkauft wird direkt aus der Backstube heraus. Die Bäckerei hat eine etwas ungewöhnliche Lage: Vom Hof des Stiftes St. Peter geht’s durch den Friedhof, bis man das Mühlenrad erblickt.

2. Mittagessen zum Mitnehmen vom Grünmarkt

Weiter geht’s zum Grünmarkt am Universitätsplatz, der von zum Teil denkmalgeschützten Altstadthäusern umsäumt ist. Am besten bald in der Früh kommen, wenn die Touristen noch im Hotel beim Frühstück sitzen. Der Markt hat unter der Woche ab sieben und am Samstag ab sechs Uhr offen.Grünmarkt Salzburg
Zu kaufen gibt’s viel Hausgemachtes wie Pofesen, Kaspressknödel, Brot, Kuchen, außerdem Käse, Speck sowie frisches Obst und Gemüse. Hier findet man alles, was man für ein Picknick über den Dächern Salzburgs braucht. Wem beim Einkaufen schon der Magen knurrt: Der Gang zum Markt-Würstelstand ist zwar nicht obligatorisch, hat aber Tradition.

3. Hausgemachte Marmeladen als Mitbringsel

Claudia Dums aus Salzburg verkauft hausgemachte MarmeladenMan will ja immer gerne etwas Selbstgemachtes kaufen. Etwas, das jemand mit viel Liebe zum Detail hergestellt hat. Und das sichtlich nicht aus einem 0815-Supermarkt stammt. Hausgemachte Marmeladen, Essigvariationen, Sirup und Gewürzsalze kriegt man bei Claudia Dums. Die meisten Zutaten für ihre Erzeugnisse stammen aus dem hauseigenen Garten. „Ich wollte für mich selber frisches Obst und Gemüse haben. Irgendwann wurde es zu viel und ich fing an, es zu konservieren“, erzählt die Ernährungswissenschaftlerin. Ihre hausgemachten Produkte gibt’s auf keinem Markt zu kaufen. Wer etwas braucht, ruft sie einfach an: 0664 / 282 88 03.

4. Essen selber pflücken bei einer Kräuterführung

Löwenzahnblätter, Labkraut, Schafgarbe und Spitzwegerich. Das sind nur einige der Wildkräuter, die man quasi beim Vorbeigehen auf einer ganz normalen Blumenwiese findet. Damit man weiß, was man da pflückt, wird man von einer ausgebildeten Kräuterpädagogin begleitet.Kräuterführung Bergheim

Angeboten werden die Kräuterführungen den ganzen Sommer über vom Tourismusverband Bergheim. Der Nachbarort von Salzburg ist vom Hauptbahnhof aus in sieben Minuten mit der Lokalbahn erreicht. Kosten: 10 Euro/Person. Die nächsten Termine: 4. Juni – grüne Getränke, 18. Juni – Imkerei, ab 9. Juli jeden Samstag um 10 Uhr (Treffpunkt Schulparkplatz) – Kräuterführung. Anmeldung erbeten unter Tel. 0662 454505.

5. Kurs: Salzburger Nockerl selber machen

Edelweiss cooking schoolWer an Salzburg denkt, dem fallen neben Mozartkugeln meist Salzburger Nockerl ein. Und vielleicht noch, dass die traditionelle Süßspeise ziemlich viele Eier enthält und deshalb recht teuer ist. Wer sie im Restaurant bestellt, legt mindestens zehn Euro auf den Tisch. Vielleicht ein Grund, warum man niemals Einheimische, sondern stets nur mit Fotoapparaten behangene Chinesen dieses süße Nichts aus Ei und Zucker verspeisen sieht. Sparfüchse, die endlich auch mal in den Genuss der Salzburger Nockerl kommen wollen, können seit Neuestem einen Crashkurs im Nockerl-Backen machen. Die Idee dazu hatte der gelernte Koch Johann Bauer, ein Oberösterreicher, den es nach Salzburg verschlagen hat. Mit seiner „Edelweiss Cooking School“ bietet er Workshops an, in denen Salzburger Nockerl und Apfelstrudel gezaubert werden. Wer einmal investiert, weiß künftig also, wie’s geht. Und kann sich jederzeit selber mit dem süße Hauch von Nichts verwöhnen. Ein leckeres Geheimnis vorab: Richtig gut werden sie, wenn man vor dem Backen Preiselbeeren in die Form gibt.

Offenlegung:
Danke an den Tourismusverein Bergheim für die Teilnahme an der Kräuterführung und an die Edelweiss Cooking School für den Backworkshop.