In Zeiten von E-Mail und Facebook werden immer weniger Postkarten verschickt? Mag sein. Doch die weltweite Community „Postcrossing“ vernetzt sich auf die altmodische Weise: mit Postkarten.

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Einmal kurz registrieren und schon ist man Mitglied der weltweiten Postcrossing-Community. kofferpacken.at hat sich mitten in diese kosmopolitische Gemeinschaft gemischt und bereits von Beginn an Postkarten aus aller Welt erhalten.

Welche Postkarte willst du?

In einem Profil geben die Mitglieder ihre Präferenzen in Sachen Postkarten an: Landschaften, Sprüche, Comics, Stadtpläne, Sehenswürdigkeiten oder gar ausgefallene Gemälde, Gothic-Themen oder Originalfotos. Welche Sprache soll auf der Karte stehen, was soll der Absender erzählen und was will man über andere Länder wissen? All diese Elemente können im Postcrossing-Profil definiert werden.

Schicke eine Karte – erhalte eine Karte

Das Prinzip ist einfach: Sobald eine Karte verschickt und empfangen wurde, erhält man selbst Post. Doch wie weiß das System, wenn eine Karte angekommen ist? Dafür ist die Postcard-ID verantwortlich. Man klickt auf „Karte versenden“ und erhält eine zufällig ausgewählte Adresse eines anderen Mitgliedes der Gemeinschaft. Mit dieser Adresse erhält man auch die Informationen aus dem Profil, sprich die Präferenzen des Empfängers sowie eine Postcard-ID, die sichtbar und am besten doppelt auf der Karte zu sehen sein soll. Erhält der Empfänger die Karte, so muss er sie auf der Website registrieren. Mit Hilfe der ID lässt sich die Karte zum Sender zurückverfolgen und er oder sie wird freigeschalten, um Karten zu erhalten.

Mit Freude zum Briefkasten

Wir haben „Postcrossing“ getestet und finden: Wer es leid ist nur Rechnungen und Werbung im Postfach vorzufinden, für den stellt es eine freudige Alternative dar. Für Menschen, die nicht viel reisen können, stellen die Kontakte per Postkarte ein Fenster zur Welt dar. Und für Kosmopoliten, die interessierte Reisende, neue Leute und Länder kennen lernen wollen, ist es eine tolle Gelegenheit in einem Medienmix von analog und digital die Welt zu entdecken. kofferpacken.at erhielt innerhalb kürzester Zeit Postkarten aus Sydney, St. Petersburg, New York, Düsseldorf und aus vielen anderen Städten der Welt.

Der Zufall entscheidet

Wer eine Karte bekommt, das entscheidet der Zufall. Hier gibt es keine Möglichkeit, Freunden eine Karte zu schicken oder Wünsche zu erfüllen. Und genau das macht das System aus. Es ist ein Austausch unter komplett Unbekannten. Respekt gegenüber dem anderen ist Voraussetzung, die Community versteht sich als internationaler Austausch von weltoffenen und toleranten Kulturinteressierten. Der einzige Nachteil sind die Kosten: Innerhalb von Europa bezahlt man in der Regel 70 Euro-Cent für eine Postkarte. Geht es beispielsweise nach Taiwan oder Russland muss man schon mit Raten von über einem Euro rechnen. Bei regem Postkarten-Austausch kann das ins Geld gehen.

Fazit: Trotz der anfallenden Kosten ist Postcrossing eine willkommene Abwechslung zum gängigen Status-Lesen auf Facebook, Blog-Verfolgen oder E-Mail-Posteingang leeren. Eine echte Postkarte aus dem Briefkasten zu fischen fühlt sich eben doch anders an. (red, kofferpacken.at, 2. Februar 2013)

kofferpacken.at – Postcrossing

Postcrossing.com hat mittlereile mehr als 380.000 Mitglieder aus 217 Ländern. Es werden bis zu 391 Postkarten pro Stunde verschickt und empfangen. In der persönlichen Statistik erfährt man, wie viele Kilometer die eigenen Postkarten zurücklegen. Alle Postkarten, die bisher verschickt wuden, sind insgesamt mehr als 81 Millionen Kilometer weit gereist.