Grüner geht’s nicht! Wildkräuter sammeln und Kräuterkochkurs in Bergheim bei Salzburg.

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Fangen wir mit dem Bärlauch an. Denn der ist das Problemkind unter den Wildkräutern. Im Frühling sprießt er an vielen Stellen aus dem Boden. Viele trauen sich aber nicht, ihn selber zu pflücken. Die Verwechslungsgefahr mit den giftigen Blättern von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen ist groß. Zumindest für all jene, die zu wenig über die Unterschiede Bescheid wissen.

Bärlauchsuppe bei der Kräuterführung in Bergheim

Veronika Hackl kennt sich bestens aus: Sie ist Kräuterpädagogin. Und erklärt uns auf einer steilen Wiese am Voggenberg in Bergheim bei Salzburg den Unterschied:

  • Beim Bärlauch hat jedes Blatt einen eigenen, langen Stiel.
  • Und auf der Rückseite eine Rille, die man fühlen kann und die beim Knicken ein Geräusch macht.
  • Außerdem haben Bärlauchblätter eine matte Hinterseite.

Bärlauch

Wilder Knoblauch

Noch ein Markmal: Bärlauch riecht nach Knoblauch, schließlich ist er ja nichts anderes als wilder Knoblauch. „Auf den Geruch alleine kann man sich aber nicht verlassen“, erklärt Veronika. Denn der ist beim Bärlauchpflücken sowieso immer präsent. Sie rät: „Am besten jedes Blatt einzeln pflücken und jeweils mehrere Kriterien anwenden.“

Wiesenkräuter bestimmen

Vom Wald, wo der Bärlauch wächst, geht’s jetzt auf eine steile Wiese. Hier finden wir die restlichen Zutaten für unsere Suppe mit neun Kräutern. Die Zahl Neun hat dabei eine besondere Bedeutung: Sie steht für die Kraft der Erde, die im Frühling das neue Leben bringt.

Blumenwiese in Bergheim

Löwenzahn

Wiesenkräuter sammeln in Bergheim

Schafgarbe

Wildrkäuter sammeln in Bergheim

Spitzwegerich

Kräuterführungen in Bergheim

Labkraut

Löwenzahnblätter, Labkraut, Schafgarbe und Spitzwegerich brauchen wir neben dem Bärlauch für die Kräutersuppe. Unglaublich, wie viel davon auf den Wiesen wächst, an denen wir sonst achtlos vorbeigehen. Oder höchstens die farbenprächtigen Blüten bemerken.


KräutersuppeZum Schluss zeigt uns die Kräuterpädagogin noch, wo die restlichen Kräuter wie Girsch, Brennnessel und Grundelrebe wachsen. Und erklärt, wie sie die stacheligen Brennnesseln pflückt: „Ich fahre mit der Hand von unten den Stiel entlang nach oben und breche dabei die Brennhaare.“ Und wenn es mal schiefgeht, helfen der Saft aus dem Brennesselstängel oder Spitzwegerich gegen den Juckreiz.

Die Kräutersuppe selbst ist schnell gekocht: Zwiebeln anrösten, klein geschnittene Kartoffeln und Karotten dazu, dann Wasser oder Gemüsesuppe und die gewaschenen und gehackten Kräuter. Ein paar Minuten kochen lassen, mixen, würzen. Fertig.

Koffer packen und los geht’s:

  • Bergheim ist vom Hauptbahnhof Salzburg Stadt aus in wenigen Minuten mit der Lokalbahn erreichbar.
  • Von April bis August 2016 finden Kräuterführungen und Workshops zu unterschiedlichen Themen statt. Das Programm findet man auf der Website des örtlichen Tourismusverbandes.

Offenlegung
Vielen Dank an den Tourismusverband Bergheim für die Einladung.