Es duftet nach Zimt, Nüssen und Glühwein. Nach gebrannten Mandeln und Vanillekipferln. Es duftet nach Weihnachten.

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Das Gefühl von Weihnachten. Mancherorts ist dieses bereits dem Kommerz, dem Massenkonsum und dem Kitsch gewichen. Und doch findet man an vielen Ecken Österreichs die vermeintliche Heimat des Christkinds. Es duftet nach Weihnachten, es klingt nach Weihnachten, es ist Weihnachten. Rund um den Wolfgangsee in Oberösterreich und Salzburg achtet man beim Wolfgangseer Advent auf Tradition und Brauchtum.

Tradition und Handwerk am Wolfgangsee

Heiße Schokobananen am Wolfgangseer Advent

Marktstand am Wolfgangseer Advent

Unter dem Motto „Advent wie damals“ distanziert sich der Wolfgangseer Advent bewusst von anderen Weihnachtsmärkten. Weihnachtsmusik klingt aus den Holzhäuschen, traditionelle Gitarren- und Glockenklänge bilden die Basis für die urige Stimmung am Wolfgangsee. Originales Handwerk aus den verschiedensten Regionen des Landes wird geboten, kunstvolle Schnitzereien, mit der Hand gebundene Kränze und Christbaumschmuck aus Omas Zeiten verdrängen blinkende Lichter und Radio-Hits.

Tradtitionelle Weihnachtsstimmung

Eingang zum Adventmarkt in St. Wolfgang

Der Eingang des St. Wolfganger Advents mit großem Weihnachtsbaum und der Kirche im Hintergrund.

Gleich drei Gemeinden aus Oberösterreich und Salzburg haben sich zum Wolfgangseer Advent zusammengeschlossen. In St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl am Wolfgangsee wird das gleiche Konzept verfolgt: Tradition, Handwerk und Brauchtum. „Es ist schon etwas Besonderes, dass gleich drei Weihnachtsmärkte auf ähnliche Weise den Advent würdigen“, erklärt eine der Ausstellerinnen in St. Wolfgang. An ihrem Stand drängt sich stets Jung und Alt, um eine der süßen Schokobananen zu ergattern: Eine große Waffeltüte wird mit Bananenscheiben gefüllt. Darüber kommt flüssige Schokolade. „Wir arbeiten hier mit belgischer Schokolade und sind bereits zehn Jahre hier. Es ist meine sechste Saison in St. Wolfgang und jedes Mal wieder komme ich gerne her.“

Handarbeit am Wolfgangseer Advent

Die Aussteller an aufwendig geschmückten Ständen vertreiben originale Handarbeit.

Sie erzählt begeistert von internationalen Gästen, die ihr allesamt großen Zuspruch entgegen bringen. „Wir dürfen in St. Wolfgang immer sehr nette Gäste willkommen heißen. Zu mir kommen regelmäßig Italiener, Asiaten, auch Gäste aus Ungarn, Slowenien und Tschechien. Das ist sehr spannend!“ Und weil der Wolfgangseer Advent sehr besinnlich und entspannt abläuft gibt es auch keine großen Probleme für die Aussteller. „Das größte Problem ist eigentlich, dass sich viele meiner Kunden nicht entscheiden können! Unsere Schokobananen sind eben keine üblichen Schokofrüchte und nicht auf jedem Weihnachtsmarkt zu finden. Da müssen die meisten schon überlegen. Aber ich helfe natürlich gerne weiter“, lacht sie und gießt genüsslich flüssige Milchschokolade in die vorbereitete Tüte. „Weihnachtsmärkte gibt es wie Sand am Meer. Aber am Wolfgangsee … das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Der Wolfgangsee mit der großen Laterne

Wolfgangseer Advent

Entlang des Weges reihen sich die urigen Holzhäuschen aneinander.

In St. Wolfgang bildet die leicht erhöht gelegene Kirche das Zentrum. Links und rechts davon reihen sich die stimmungsvollen Holzhäuschen aneinander. Mitten im See strahlt eine über 19 Meter hohe schwimmende Laterne, die nur im Advent entzündet wird und so auch dem beliebten Wolfgangsee die nötige Weihnachtsstimmung verleiht. Die Kirche am See ist übrigens nicht nur in der Weihnachtszeit ein beliebter Anlaufpunkt, befindet sich in ihr doch der Flügelaltar Michael Pachers. Vor der Kirche werden den Besuchern Kutschenfahrten geboten, und wenn genug Schnee liegt, ist sogar eine Schneeschlittenfahrt möglich. Auf Kufen gleitet man durch die Winterlandschaft, die in der Vorweihnachtszeit durchaus von einem knappen Meter Schnee bedeckt sein kann.

Kein Schnickschnack in St. Wolfgang

Die Gäste wärmen sich die Hände am offenen Feuer, trinken selbstgemachten Glühwein und entdecken klassische Weihnachtsleckereien wie Ofenkartoffeln, Bratwürstel und Brotsuppe und natürlich die Schokobananen. Die mit Strohsternen und Keramikschmuck geschmückten Weihnachtsbäume duften nach Wald. Nach „Advent wie damals“. Hier ist das Christkind bestimmt nicht weit. (Daniela Nowak, kofferpacken.at)