Er hat es schon einmal getan: eine Weltreise mit dem Rad. Zwei Jahre lang war der 31-jährige Helmut Pucher aus Mittertrixen in Kärnten damals unterwegs. Jetzt hat er ein neues Ziel vor Augen: Am 12. Jänner 2015 startet der Extremsportler im Süden Chiles, um 26.000 mit dem Rad in Richtung Norden zu fahren. Zielort: Alaska, Nordamerika.

Ziel der Reise ist es außerdem, Spenden für das zentralamerikanische Kinderhilfswerk „Nuestros Pequenos Hermanos“ einzusetzen. Dafür dreht Pucher vor Ort eine Dokumentation, die später im Internet gegen eine Spende heruntergeladen werden kann.

Darüber hinaus wird Pucher auf kofferpacken.at sowie auf seiner eigenen Website www.panam-rouleur.com von Zeit zu Zeit berichten, wie es ihm auf seiner Reise aktuell ergeht. Vorab schon einmal ein erstes Interview mit dem Rad-Abenteurer:

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kofferpacken.at: Wie viel Zeit hast du für die 26.000 Kilometer von Chile nach Alaska eingeplant?

Helmut Pucher: Grundsätzlich wollte ich die Reise innerhalb eines Kalenderjahres durchziehen. Abhängig von der Dauer der Dokumentation könnte sich die Radexpedition um ein paar Monate verlängern.

kofferpacken.at: Wo wirst du übernachten, was wirst du essen?

Helmut Pucher: Aufgrund der Abgeschiedenheit werde ich im Zelt übernachten und auf dem Lagerfeuer kochen. Die Ernährung wird sich hauptsächlich aus Getreidesorten wie Couscous, Bulgur, Hirse, Quinoa oder Buchweizen etc. zusammensetzen.

kofferpacken.at: Du hast ja bereits Erfahrung mit langen Radreisen. Wann kommst du dabei an deine Grenzen?

Helmut Pucher: Die schwierigsten Momente sind bei physischer oder psychischer Überbelastung. So etwas wie eine Auszeit kann ich mir nicht nehmen. Die Anforderungen sind immer die gleichen und die Leistung die mir abverlangt wird, ist auch immer konstant. In Schwächephasen Haltung zu bewahren ist meine größte Hürde.

kofferpacken.at: Du warst bereits vor zwei Jahren per Rad auf Weltreise. Was bewegt dich dazu, erneut aufzubrechen?

Helmut Pucher: Die Einfachheit und Direktheit dieser Lebensform fasziniert mich. Wenn du am Abgrund stehst, musst du dein wahres Gesicht zeigen. Das fasziniert mich.

kofferpacken.at: Siehst du dich selbst als Abenteurer?

Helmut Pucher: Ich sehe mich eher als modernen Philosophen, der aus Sport und Reisen seine Schlussfolgerungen zieht.

kofferpacken.at: Was bleibt dir von deinen Reisen am meisten in Erinnerung?

Helmut Pucher: Es gibt Augenblicke, die sind einfach magisch. Überwiegend sind es Begegnungen mit anderen Menschen und das Teilen von Freud und Leid. Das Gefühl, große Hindernisse aus eigener Kraft zu überwinden, übertrumpft dennoch alles.