Wenn man nach Schweden kommt, ist eigentlich alles ziemlich einfach. Die Leute sind nett, freundlich und zuvorkommend und man findet sich schnell zurecht. Dennoch hier ein paar ganz persönliche Schweden-Reisetipps von kofferpacken.at

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1.    Freundlich sein

Die Schweden sind sehr freundlich und helfen, wo sie können. Das steckt an. Sogar Restaurantbesitzer empfehlen andere Restaurants und geben den einen oder anderen Tipp preis. Viele Einwanderer haben sich in Schweden den Traum des eigenen Restaurants erfüllt und erzählen gerne über ihr neues Heimatland – spannend, Schweden-Infos aus erster Hand zu bekommen.

2.    Geduldig sein

Die Uhren in Schweden ticken ein bisschen langsamer als im deutschsprachigen Raum. Die Schweden tratschen gerne und so dauern die Gespräche an Schaltern oder an Kassen etwas länger. Oft muss man Nummern ziehen, die Nummer wird aufgerufen und dann ist man dran. Auch an der Hotelrezeption macht sich Geduld bezahlt. Wartet man geduldig bis man dran ist, so kann man manchmal mit einem Discount rechnen, oder wie in unserem Fall mit einer Gratis-Übernachtung – ja, das ist tatsächlich passiert!

3.    Ein Fahrrad ausleihen

Die Schweden sind Fahrrad-begeistert und so findet man in jeder Stadt viele Fahrradverleihe. Und das macht auch Sinn! Obwohl die meisten schwedischen Städte ein gut ausgebautes Öffi-Netz haben, ist es manchmal ein bisschen einfacher, per Rad durch die City zu cruisen. In Stockholm gibt es ein ausgeklügeltes System mit Stationen, wo man sich Reihläder per Mitgliedskarte ausborgen kann. Drei Tage kosten 165 schwedische Kronen (SEK) – das sind knapp 18 Euro – und damit kann man quer durch die Stadt fahren. Nach drei Stunden muss das Rad zurück in einer Station sein. Unbedingt mit Straßenkarte fahren, da die Stationen oft nicht direkt ersichtlich sind. Bei Nicht-Rückgabe innerhalb der Zeit erhält man einen Punkt. Bei drei Punkten wir die Karte gesperrt.

In Schweden finden sich überall Fahrradverleihe und Radwege.

In Schweden finden sich überall Fahrradverleihe und Radwege.

4.    Schwedische Desserts verkosten

In Schweden gibt’s nur Fisch und Fleischbällchen? Falsch gedacht. Obwohl die schwedische Küche viele Leckerbissen bereithält, sollte man unbedingt die hausgemachten Desserts der zahlreichen Cafés probieren. „Kanebulle“ ist eine Art Zimtschnecke (direkte Übersetzung Zimtball), die man quer durch Schweden bekommt und die uns süchtig machten. Ebenso wie bunt verzierte Torten, steinharte Lollies und schokoladige Plunderstücke.

Die legendäre Kanebulle - ein einfaches Prinzip mit einer Menge Zimt. Die machen süchtig!

Die legendäre Kanebulle – ein einfaches Prinzip mit einer Menge Zimt. Die machen süchtig!

5.    Mittagsmenüs probieren

In Schweden ist Essen teuer, das stimmt. Aber es gibt ein paar Schlupflöcher, wie man sich günstig und gut durch den Urlaub schlemmen kann. Viele Restaurants und Cafés bieten zu einem Pauschalpreis von rund zehn Euro Mittagsmenüs an, teilweise sogar noch darunter. Inkludiert im Preis ist ein Hauptgericht, ein Salatbuffet mit Brot, Wasser und Kaffee. Über diese Preise kann man absolut nicht meckern. Wir empfehlen die Markthalle Saluhallen oder den Stadtteil Haga in Göteborg.

In den Saluhallen von Göteborg gibt es schwedische Hausmannskost zum günstigen Menüpreis.

In den Saluhallen von Göteborg gibt es schwedische Hausmannskost zum günstigen Menüpreis.

6.    Elche knutschen

Schweden ist bekannt für sein Wahrzeichen, den Elch. Wenig überraschend ist es deshalb auch, dass quer über das ganze Land Elchparks ein hautnahes Treffen mit den Elchen anbieten. Die friedlichen Pflanzenfresser leben im Wald und sind eher scheu. In den Elchparks werden sie allerdings mit Futter geködert und man kann tatsächlich einen Elch knutschen – so geschehen im Virum Älg Park außerhalb von Vimmerby.

Im Virum Älgpark kann man tatsächlich Elche knutschen und sie mit Obst und Kartoffeln locken.

Im Virum Älgpark kann man tatsächlich Elche knutschen und sie mit Obst und Kartoffeln locken.

7.    Baden so wie Gott uns schuf

Nicht nur Finnland ist bekannt für seine Sauna-Kultur, auch in Schweden gibt es spezielle Sauna-Rituale, die man nicht verpassen sollte. „This is THE experience“, wird uns das Badhuset in Malmö angepriesen, und das nicht von den Angestellten, sondern von begeisterten Stammgästen. Männer und Frauen gehen hier getrennte Wege. Drei Saunen stehen zur Verfügung, davon eine gemischt. Kleidung ist strengstens verboten, lediglich ein Handtuch ist erlaubt (Miete 40 SEK oder etwas mehr als 4 Euro). Nach der Sauna springt man in die kalte Ostsee und lässt den kühlen Wind durch die Haare brausen. Ein tolles Erlebnis für etwa zehn Euro inklusive Handtuch und Ostseetauchen.

Onklädning - oder ganz einfach Umkleide ... hier legt man die Kleidung ab und bewegt sich ab sofort nur mehr mit Handtuch im Badehaus.

Onklädning – oder ganz einfach Umkleide … hier legt man die Kleidung ab und bewegt sich ab sofort nur mehr mit Handtuch im Badehaus.

8.    Grünes Schweden

In Schweden wird Umweltbewusstsein groß geschrieben, deshalb ist es wichtig, sich auch an die Regeln zu halten. Keinen Müll fallen lassen, in den Naturparks nichts liegen lassen und nichts mitnehmen und auf Mülltrennung achten. Was in Schweden auch auffällt, sind die „grünen Parkplätze“, die nur Hybrid-Autos vorbehalten sind. In den Städten sind dies oft die einzigen freien Parkplätze – trotzdem nicht dort parken, es drohen hohe Strafen.

9.    Schwedische Strände genießen

„Was, du warst in Schweden im Meer baden?“ Ja, in Schweden ist es nicht nur kalt, Schweden hat einen äußerst schönen und warmen Sommer. So wundern sich vielleicht manche, wenn man nach einem Schwedenaufenthalt mit gebräunter Haut heimkehrt. Die Strände in Schweden sind charmant, nicht überbevölkert und locken mit teilweise schneeweißem Sand. Besonders beliebt bei Wassersportlern sind die Strände auf der südlichen Halbinsel Falsterbo. Aufgrund des guten Windes sehen wir hier viele Kite und Wind Surfer. Aber auch Sonnenanbeter finden hier einen schönen Platz.

Auf der südlichen Halbinsel Falsterbo kommen Wassersportler auf ihre Kosten - und Sonnenanbeter auch.

Auf der südlichen Halbinsel Falsterbo kommen Wassersportler auf ihre Kosten – und Sonnenanbeter auch.

10.    Campen in Schweden

Das Jedermannsrecht oder „Allemannsrätt“ besagt, dass man sich überall und immer frei bewegen darf. Das bedeutet auch, dass man die Nacht in freier Natur verbringen kann. Wildes Campen ist in Schweden erlaubt. Sogar auf Privatgrundstücken kann theoretisch gecampt werden, es versteht sich von selbst, nachzufragen, ob es ok ist. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen darf man allerdings nicht seine Zelte aufschlagen. Es darf außerdem nicht in Sichtweite von Häusern genächtigt werden. Und wie immer gilt: Nichts dort lassen, nichts mitnehmen.