Für einen Roadtrip durch Portugal eigent sich die Region Centro de Portugal optimal. Warum?

Sie liegt praktischerweise zwischen Lissabon und Porto. Sie hat von Stränden bis zum (fast) höchsten Berg Portugals viel Abwechslung zu bieten. Und sie ist weitaus weniger bereist als die sonnenverwöhnte Algarve.

Wer mit dem Auto auf Entdeckungstour ist, taucht in authentische Landschaften und historische Dörfer ein. Fünf Tipps für den etwas anderen Urlaub in Portugal.

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Portugal-Roadtrip
Tipp 1: Flussbaden in den Praia Fluviales

Wer an Portugal denkt, dem kommen unweigerlich wildromantische Strände in den Sinn. Auch die Region Centro de Portugal hat einen Küstenstreifen. Nämlich jenen zwischen Lissabon und Porto. Wer sich beim Roadtrip durch Portugal aber landeinwärts bewegt, wird in den heißen Monaten des Jahres bald ins Schwitzen kommen. Und macht es dann am besten wie die Einheimischen: Einfach in den nächsten Fluss hüpfen.

Flussbad, Praia Flavial, in Lorigal, Portugal

In Lorigal ist eines der schönsten Flussbäder Portugals

Viele Ortschaften haben eigene Flussstrände mit Steg, Badeplatz und Bankerln. Andere sind inmitten üppigster Natur. Die portugiesischen Flusssbäder haben meistens glasklares Wasser. Sie sind wärmer als der Atlantik. Und gefährliche Strömungen wie im Meer gibt es auch nicht.

Tipp: Das Praia Fluvial etwa außerhalb der Ortschaft Loriga ist eingebettet in die Berggipfel der Serra da Estrela.

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Tipp 2: Wanderung auf dem (fast) höchsten Berg Portugals

Der Serra da Estrela ist der größte Naturpark Portugals und eignet sich hervorragend für einen Roadtrip-Abstecher. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Fahrt auf den höchsten Berg des portugiesischen Festlandes, den knapp 2.000 Meter hohen Torre. Die Straße bis zum Gipfel ist gut ausgebaut. Sie gibt einmalige Ausblicke auf die grünen Täler mit ihren historischen Dörfern und Städten frei. Schafe am Wegesrand sind keine Seltenheit, die Schafzucht hat in der Serra da Estrela eine lange Tradition.

Der Torre ist der höchste Berg von Kontinental-Portugal.

Landschaften, Berge, Meer - das ist Portugal

Flussstrand in Portugal

Bergwandern in Portugal

Portugal hat viele schöne, naturbelassene Landschaften

Oben angekommen folgt erstmal eine kurze Ernüchterung: Ein riesiger Parkplatz, ein veralteter Sessellift der zur einzigen Skipiste Portugals führt und eine utopisch anmutende goldene Kuppel. Für kulinarische Aufheiterung sorgt ein Stück regionaler Käse aus dem Touristen-Shop.

Tipp: Es lohnt sich auf jeden Fall, nicht am selben Weg hinauf und hinunter zu fahren. Alternativ führen zahlreiche markierte Wanderwege durch die Serra da Estrela und auf den Torre.

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Tipp 3: Besuch im wahrscheinlich schönsten Bergdorf Portugals

Vom Kitsch-Faktor her erinnert es ein bisschen an Hallstatt. Es liegt zwar nicht am See, aber dafür mitten in den Bergen der Serra do Acor. Und man kann einfach nicht aufhören, es zu fotografieren. Das Dorf heißt Piódão und gehört zu den „Aldeias Historicas“, einer Vereinigung von zwölf mittelalterlichen Dörfern in Portugal.

Zu den interessanten Orten in Portugal zählt auch das Bergdorf Piodao.

Pflastersteine, graue Schieferhäuser, blau gestrichene Türrahmen. Ein Alter sitzt vor seinem Laden, den er vom Greißlergeschäft zum Souvenirshop umfunktioniert hat. Er döst in der Sonne, daneben sein Hund. Einerseits verfallen einige der Häuser, andererseits ist das Dorf Touristenmagnet. Man merkt: Da ist Potenzial. Aber: Würde es dem Bergdorf überhaupt gut tun, aufgehübscht und postkartenreif inszeniert zu werden?

Tipp: Es gibt eine alte (enge) und eine neue (breite) Straße nach Piódão. Beide Routen sind sehenswert und können in den Roadtrip durch Portugal gut eingebaut werden. Und: Genügend Zeit einplanen, direkt im Ort starten Wanderrouten mit herrlichen Ausblicken.

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Tipp 4: Durch Pinienwälder, Wiesen und Olivenhaine spazieren

Da wo die Berge in sanfte Hügel übergehen, ist die Landschaft von Olivenbäumen, Wiesen voll mit wilder Kamille und Lavendel sowie duftenden Pinienwäldern geprägt. Lange Spaziergänge, ein Abstecher in eine verlassene Dorfbar, wo man mit Händen und Füßen bestellt. Runterkommen, das kann man hier gut. Der Bär steppt nämlich andernorts, die Jungen hat es in die Städte gezogen, die Alten stehen sonntags vor der Kirche und geben sich dem Dorftratsch hin.

Achtung: Zigarettenstummel nicht einfach achtlos wegwerfen! Im Sommer ist die Waldbrandgefahr hoch. Auffällig ist, dass jeder noch so kleine Ort ein „Bombeiros“, ein Feuerwehrhaus, hat. In den Dörfern ist es scheinbar ein offenes Geheimnis, dass immer wieder Brände gelegt werden.

Tipp: Spaziergang durch den Nationalwald Mata do Buçaco.

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Tipp 5: Regionale Produkte verkosten

Was isst man in Portugal? Käse geht immer.Bei einem Roadtrip durch Portugal, insbesondere durch die Region Centro de Portugal, erahnt man quasi schon von der Straße aus die Spezialitäten dieses Landesteiles. Knorrige Olivenbäume sind die Lieferanten für Olivenöl. Mit etwas Glück kann man es direkt ab Hof zu guten Preisen kaufen.

Die Weinreben zeugen davon, dass viele Einheimische selber Wein für den Eigenbedarf herstellen. Hochwertigen Wein kauft man ebenfalls direkt vom Produzenten. Auch Honig gehört zu den typischen Produkten der Region. Und natürlich Käse vom Schaf, von der Ziege und von der Kuh in allen Variationen.

Tipp: In Peraboa gibt es ein Käsemuseum (Museo de Queijo), in Seia ein Brotmuseum. In vielen Dörfern ist ein- bis zweimal pro Woche Markttag.

 

Roadtrip-Urlaub in Portugal – praktische Tipps:

  • Für eine Region entscheiden
    Portugal ist zwar nur ein bisschen größer als Österreich und hat rund zehn Millionen Einwohner. Trotzdem sollte man sich beim Roadtrip durch Portugal für eine bestimmte Region entscheiden. Vor allem dann, wenn man nur eine oder zwei Wochen Zeit hat. Centro de Portugal bietet sich an, weil es zwischen den Flughäfen Lissabon und Porto liegt und im Landesinneren noch wenig touristisch ist.
  • Fahrbarer Untersatz
    Am besten nach Lissabon oder Porto fliegen und von dort aus mit dem Auto den Roadtrip durch Porutgal starten. Alternativ mit dem Bus in die UNESCO-Welterbestadt Coimbra fahren und erst dort mit dem Abenteuer beginnen.
  • Individuell übernachten
    In der Region Centro de Portugal gibt es viele günstige, naturnahe und authentische Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Beispiel Quintas (Farmen) aus Stein, die zu netten kleinen Pensionen oder Hotels umgebaut wurden. Oder Campingplätze wie den wunderschönen Toca da Raposa und sogar einige Glamping-Projekte.

Lust auf noch mehr Portugal?
Hier geht’s zu den Artikeln über den Weitwanderweg Rota Vicentina im Alentejo, Social Dining in Lissabon und Workaway auf dem Campingplatz.