Die größte Insel Vietnams galt bis vor kurzem als Insidertipp. Mit der Idylle ist es schon vorbei. Trotzdem lohnt es sich, hier zu urlauben.

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Auf Phu Quoc plätschert das Leben gemächlich vor sich hin. Wer hierher kommt, wird nur wenig abgelenkt vom Relaxen: Baden und eine Schnorcheltour zu den vorgelagerten Inseln stehen an den meisten Tagen am Programm. Manchmal auch der Besuch einer Perlenzucht oder einer Pfefferplantage. Zwischendurch gibt’s frische Tropenfrüchte in Hülle und Fülle: Ananas, Mango, Kokosnuss, Bananen und Papaya.

Abends kann man direkt am Strand dinieren und sich danach einen Sun Downer in Rorys Beach Bar gönnen. Die Bar liegt am Long Beach – einer der wenigen Strände Vietnams, von dem aus man der Sonne beim Untergehen zuschauen kann.

Traumstrand Sao Bao

Wer von A nach B will, muss sich selbst ein Moped mieten oder an einer Tour teilnehmen. Eines von beiden ist unbedingt empfehlenswert: Einer der schönsten Strände der Insel, Sao Bao, liegt rund 30 Kilometer südlich des Touristenzentrums. Schneeweißer Sand und türkisblaues Wasser locken, dahinter nichts als Palmen und zwei einfache – aber relativ teure – Restaurants.

Lokalbusse gibt es auf Phu Quoc nicht mehr, weil sowieso jeder ein Moped besitzt. Die einzigen Autos, die man sieht, sind die günstigen Taxis, die zwischen Strand und Stadt hin- und herfahren. Bis auf wenige Siedlungen ist der Rest der Insel mit Wald bedeckt, die Straßen werden zwar ausgebaut, es gibt aber noch viele sandige Pisten.

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Tourismus entwickelt sich rasant

Die Insel blieb bis vor kurzem verschont vom Massentourismus. Das beginnt sich langsam zu ändern. Haupt-Einnahmequelle ist zwar nach wie vor die Produktion von Nuoc Mam, der berühmten vietnamesischen Fischsauce. Der Tourismus hat aber längst Fuß gefasst und entwickelt sich rasant weiter. Es gibt bereits jetzt viele Hotels, Tour-Anbieter und Restaurants.

Das Ganze beschränkt bisher aber auf einen kleinen Teil der Insel, entlang des 20 Kilometer langen Long Beach im Westen. Alles da, was das Touristenherz begehrt. Aber weniger aufdringlich als anderswo, Nachtleben gibt es noch fast keines. Und bis auf diesen kleinen Touristenteil ist die Insel authentisch, ruhig und grün.

Phu Quoc, Vietnam

Noch hat Phu Quoc viele unverbaute Küstenkilometer. Das beginnt sich gerade zu ändern.

Neuer Flughafen, neue Luxushotels

Bis vor kurzem galt die Insel als Geheimtipp, Phu Quoc konnte man nur per Boot vom Festland aus erreicht. Seit zwar Jahren steht der neue, internationale Flughafen. Mittlerweile gibt es Direktflüge von Ländern wie Russland oder Thailand. Auch vom vietnamesischen Festland aus ist man per Flugzeug rasch da.

Wo jetzt noch kilometerlange, von Palmen gesäumte unverbaute Strände liegen, haben große internationale Hotelketten bereits mit dem Baggern begonnen. Namhafte Häuser wie Intercontinental und Co. wollen sich die Einnahmen nicht entgehen lassen.

Die Aussteiger von Phu Quoc

Auch ein paar Auswanderer haben sich hier schon sesshaft gemacht: Die Australier von Rorys Beach Bar, Franzosen, die am Fischmarkt Zuckerwatte und kandierte Mandeln verkaufen, außerdem ein paar Deutsche, Amerikaner und Briten. Einer der Deutschen betreibt seit ein paar Monaten „Hardys Bäckerei“, ein anderer verbringt seinen Ruhestand hier.

Seit drei Jahren lebt auch der Österreicher Matthias auf der Insel. „Ich hatte daheim die Nase voll und bin durch einen Freund hierhergekommen“, erzählt er. Mittlerweile ist er mit einer Vietnamesin verheiratet und gerade Papa geworden. Bislang hat er nicht gearbeitet – das soll sich ändern: Bald will er mit dem Verkauf von bedruckten T-Shirts durchstarten.

Hotels, Aussteiger, neue Straßen. Schon wird die vietnamesische Insel als das neue Koh Samui gehandelt. Auch die thailändische Insel war noch vor wenigen Jahrzehnten ein relativ unbekanntes Paradies – bis die Massen kamen. Ein bisschen dauert es bestimmt noch in Phu Quoc. Noch ist sie eine Trauminsel – aber mit Ablaufdatum.

Info:

  • Von Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt aus mit Vietnam Airlines oder Vietjet (Billigairline) nach Phu Quoc.
  • Wer in der Hauptsaison (Dezember bis Jänner) fliegt, sollte eine Unterkunft vorbuchen. Am Long Beach gibt es viele nette einfache Strand-Bungalows mit Restaurant direkt am Strand. Empfehlenswert sind zum Beispiel das familiengeführte Lien Hiep Thanh Resort oder die Kim Bungalows. Wer etwa mehr auslegen will und wert auf einen Pool legt, checkt in den Cassia Cottages ein. Im zugehörigen Restaurant The Spice Haus isst man direkt am Strand.
  • Phu Quoc ist etwas teurer als der Rest Vietnams. Viele Urlauber sind, wie in anderen Teilen Vietnams auch, Russen.

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Lust auf noch mehr Insel-Tipps?

Hier geht’s zu unserem Blogartikel über Phu Quoc auf der Website von Neckermann Reisen (Box “Geheimtipps unserer Reiseblogger” links unten).

Und hier zu weiteren Vietnam-Storys auf kofferpacken.at: