Hierzulande wird der Yosemite Nationalpark oft falsch ausgesprochen. Versucht man es so zu schreiben, wie man es tatsächlich ausspricht, würde es vermutlich so aussehen: Josämiti. So unterschiedlich die Aussprache bei uns ausfallen kann, so gegensätzlich präsentiert sich auch die Natur im kalifornischen Nationalpark mit Wildblumen, Wasserfällen, Mammutbäumen und Granitwänden.

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Ein Motel in Parknähe zu finden gleicht einem Hindernisparcours. Je näher man dem Park kommt, desto voller und teurer werden die Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Hauptstraße. 100 Dollar sollte man mindestens einrechnen. Dafür startet man gleich morgens in den berühmten Park mit einer Größe von 310.000 Hektar mitten in Kalifornien.

El Capitán thront über dem Tal.

El Capitán thront über dem Tal.

Yosemite Valley als Ausgangspunkt

Was in vielen Reiseführern als attraktivster Nationalpark der USA angepriesen wird, mag für den einen oder anderen Österreicher kein Highlight darstellen. Bergwelt und Landschaft im Yosemite ähneln abschnittsweise den österreichischen Alpen. Nichtsdestotrotz ist der Nationalpark rund um den 2.300 Meter hohen Riesen „El Capitán“ einen Besuch wert. Typisch amerikanisch informieren die Ranger im Visitor Center über die Shuttle-Busse, die von Station zu Station ein bequemes Fortbewegungsmittel bieten. Am Eingang erhält man – wie in jedem Nationalpark der USA – eine Zeitung mit Informationen über Flora und Fauna, Veranstaltungen und Planungstipps. Dazu gibt es einen Plan mit den wichtigsten Stops der Shuttle-Busse, die im Minuten-Takt die Touristen von Spot zu Spot fahren.

Das Yosemite Valley gilt als Ausgangspunkt für die vielen Wanderwege, die abseits der Trampelpfade und Shuttle-Busse den Nationalpark prägen. „El Capitán“, der große Granitfelsen mit bis zu 1.000 Meter hohen Steilwänden, ist ständiger Begleiter der Besucher. Ein Orientierungspunkt aus allen Richtungen, mit Steinfelsen, die nicht zu übersehen sind.

Eichhörnchen sind die ständigen Begleiter der Besucher im Yosemite Nationalpark.

Eichhörnchen sind die ständigen Begleiter der Besucher im Yosemite Nationalpark.

Kurze Wanderungen vom Yosemite Valley führen unter anderem zu den Wasserfällen Bridalveil Falls, Lower Yosemite Fall, Vernal und Nevada Falls. Auf den befestigten Wegen sollte man sich allerdings nicht auf einsame Naturabschnitte einstellen. Durch die kurze Dauer der Wanderungen von etwa einer Stunde sind die Wege vor allem bei Familien und Kurzurlaubern sehr beliebt.

Wanderungen abseits der Trampelpfade

Rundwege diverser Schwierigkeitsgrade und Längen führen durch den Nationalpark. So kann man beispielsweise den Cook’s Meadow Loop in nur 30 Minuten abgehen, und gleichzeitig den kürzesten Rundweg des Parks ablaufen. Auf dieser Strecke ragt der Monolith „Half Dome“ über das Tal.

Die Bridal Veil Falls sind über eine kurze Wanderung erreichbar.

Die Bridal Veil Falls sind über eine kurze Wanderung erreichbar.

Vorsicht ist aufgrund der Tierwelt geboten. Obwohl man immer wieder Touristen sieht, die die ohnehin schon dicklichen Eichhörnchen und Vögel füttern, sollte man dies unbedingt vermeiden. Generell wird auch vor Bären gewarnt, die von den Snacks der Wanderer angelockt werden. Vor allem auf den Campingplätzen im Park sind die obligatorischen Food Lockers für mitgebrachte Lebensmittel zu verwenden. Und sogar tagsüber kann es durchaus vorkommen, dass Besucher mitten auf der Straße des Parks anhalten und aussteigen, um vorbei spazierende Bären zu fotografieren.

Weite Blicke über den Yosemite Park

Auch wenn man nur kurz Zeit hat den Nationalpark zu besichtigen, der Glacier Point ist beinahe unumgänglich. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreicht man den bekannten Aussichtspunkt, von wo aus man einen weiten Blick in das Tal hat. Zum Sonnenauf- oder –untergang wird man Zeuge eines farbenfrohen Lichtspektakels.

 

kofferpacken und los geht’s!

*Der Eintritt ist in allen Nationalparks in den USA gleich. Tarife pro Person oder Fahrzeug (ab zwei Personen zahlt sich der Fahrzeug-Tarif aus).

*Mehrere Nationalparks besichtigt man am besten mit der Jahreskarte „America – the Beautiful“ um 80 US Dollar.

*Jeder Nationalpark beitet eine eigene Zeitung und eine Straßenkarte. Diese Unterlagen sind die besten Guides durch die Parks und werden regelmäßig aktualisiert.

Egal wie lange der Aufenthalt im Yosemite Nationalpark dauert, mit den Unterlagen der Park Ranger, die man am Eingang erhält, lässt sich ein Besuch optimal planen. Vom Visitor Center aus gelangt man durch den ganzen Park – mit oder ohne Shuttle. Die wichtigsten Stationen sind mit den Shuttles abgedeckt. Wanderungen sind detailliert beschrieben und ein paar kürzere Strecken sind auch in einem Tagesprogramm zu schaffen. (Daniela Nowak, kofferpacken.at)