Nein Danke! Unsere größten Reiseflops … Obwohl der Abgrund des Grand Canyons in Arizona einzigartig ist, behält man im Hualapai Reservat oft andere Dinge in Erinnerung. Reise-Flop Grand Canyon West?

****

Der Skywalk im Hualapai Reservat am Grand Canyon.

Der Skywalk am Grand Canyon West – das Hufeisen über dem Abgrund.

Der Skywalk am Grand Canyon wird viel und gut beworben und dennoch gibt es bessere Alternativen am großen Abgrund. Der hufeisenförmige Glaskranz ist sieben Zentimeter dick und darunter befindet sich das Nichts des Canyons. Mit Schutzhüllen auf den Schuhen darf man hier für einen saftigen Preis eine Runde gehen. Fotos darf man selbst nicht machen – kann man auch gar nicht, denn sämtliche persönliche Gegenstände muss man zuvor abgeben. Damit werden die Verschmutzung und die Gefahr durch herabfallende Gegenstände für die Bewohner des Canyons verhindert. Angeblich.

 Touristenabzocke am Canyon

Bis zum Colorado River sieht man in den Abgrund.

Der Blick in den Abgrund am Grand Canyon.

Das Reservat ist genauer betrachtet eine ziemliche Abzocke. Obwohl es spannend ist, auf einem Glasweg über den Canyon zu gehen, und obwohl man hier schöne Aussichten genießen kann, so gibt es im Nationalpark gleichwertige Aussichtspunkte, die noch dazu um einiges günstiger sind. Im Hualapai Reservat muss man ein Package erwerben, das bestimmte Leistungen inkludiert. Für das Glas-Hufeisen muss man ca. 30 Dollar extra berappen. Noch dazu ist es über einem Felsvorsprung gebaut, nur ein kleines Stück thront direkt über dem Canyon. In Massenabfertigung werden die Touristen über das Glas geschoben und Fotos mit Daumen hoch, Peace und Springen vor der Kulisse des Canyons werden von Aufsehern gemacht. Die Fotos (ziemlich schlechte Qualität) kann man dann um weitere 30 Dollar erwerben, wenn man sich seine persönlichen Sachen wieder abholt. Pro Person kommt man auf ca. 80 Dollar, wenn man sich diesen Ausflug gönnen möchte.

Guter Ausblick, ohne viel zu zahlen

Grand Canyon West - auf der anderen Seite des Nationalparks.

Am anderen Ende des Grand Canyon Nationalparks befindet sich das Hualapai Reservat.

Tipp: Im Reservat der Hualapai kann man zwar bis hinab zum Colorado River in den Abgrund blicken – kein Zweifel, die Ausblicke hier sind beinahe unschlagbar. Wer sich jedoch gekünstelte Reservat-Stimmung und hohe Kosten sowie eine stundenlange Fahrt auf einer Schotterpiste sparen möchte, der bleibt im Nationalpark der den Norden und den Süden des Grand Canyons abdeckt. Auch hier sind tolle „Tiefblicke“ möglich und Wanderungen obendrein. Denn: Im Reservat darf man sich nur auf bestimmten Wegen bewegen – und das auch nur mit einem Shuttlebus.

 

Koffer packen und los geht’s!

* Die Schotterstraße namens „Diamond Bar Road“ ist 21 Meilen lang und ist die einzige Straße, die ins Reservat führt. Nicht unterschätzen, man benötigt gut 1,5 bis 2 Stunden alleine auf dieser Straße, wo man nur den Staub des Vordermanns sieht.

* Jeder Besucher muss eines der Packages erwerben. Das Hualapai Legacy Package ist das kleinste und günstigste, beinhaltet jedoch nur den Eintritt und die Erlaubnis (permit) in das Reservat hinein zu dürfen. Extra-Leistungen wie der Skywalk, Fotos, Rafting etc. müssen auch extra bezahlt werden.

* Der Besuch lohnt sich in jedem Fall, wenn man nicht vor hat den Nationalpark und das Reservat zu besuchen. Die regulären Aussichtspunkte sind im Reservat teilweise besser, man sieht weiter hinab. Aufgrund der hohen Kosten, der Massenabfertigung sowie der Inszenierung des Stammes muss jeder selbst abschätzen, ob sich der Besuch lohnt.