Hoteltipp. Im Süden Costa Ricas, auf der Osa Peninsula, haben sich zwei Münchener den Traum vom Auswandern erfüllt. Und machen vor, wie Ökotourismus geht.

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Vom Pool aus hört man das Geschrei der Brüllaffen. Abends lauscht man dem Rascheln der Palmenblätter. Oder hat sich da noch etwas anderes bewegt? Tagsüber heißt es: In der Hängematte das pura vida, das pure Leben, genießen. So fühlt sich eine Auszeit in der Öko-Lodge Ojo del Mar im Süden Costa Ricas an.Pool im Ojo del Mar

Das Land entwickelt sich immer mehr zum nachhaltigen Reiseziel, Ökoturismus ist das Schlagwort. Ein Viertel der Fläche steht unter Naturschutz, bis 2021 will man CO2-neutral sein, die Regierung zeichnet Öko-Betriebe mit einem Gütesiegel aus. Viele Hotels setzen deshalb auf Nachhaltigkeit. Die einen leben es in der Realität mehr, die anderen weniger.

Vorzeigeprojekt Öko-Lodge

Das Öko-Hotel Ojo del Mar ist Vorzeigeprojekt, wenn es um tatsächlich nachhaltigen Tourismus geht. Das Hotel wird von einem Paar aus Bayern betrieben: Nico Fischer und Mark Hübner haben München vor 15 Jahren den Rücken gekehrt, um in Costa Rica mitten in unberührter Natur eine Öko-Lodge aufzubauen.Blüte im Ojo del Mar

Mit viel Liebe zum Detail haben die beiden Auswanderer hier ihr eigenes, kleines Paradies geschaffen. Beton oder Ziegeln sucht man vergeblich, als Baumaterialien verarbeitete Künstler Mark hauptsächlich Bambus und Palmblätter. Solarstrom, Freiluftduschen, Wasser aus der eigenen Quelle und das Weglassen von Plastikflaschen gehören ebenso zum gelebten Öko-Tourismus.

Mitten in der Natur

Die Gäste schlafen in rustikalen, offenen, fensterlosen Lodges unter Moskitonetzen. Tagsüber stehen Fischen, Kajaken oder eine Wanderung durch den nahe gelegenen Nationalpark Corcovado am Programm. Die Abende verbringen die Gäste im offenen, mit Palmblättern gedeckten Haupthaus. Chefin Nico persönlich kocht jeden Abend auf, mit Gemüse und Gewürzen aus der Region. Öko, das ist für sie auch beim Essen logisch. Ruhe, Abgeschiedenheit und Exklusivität haben allerdings ihren Preis – Costa Rica ist ohnehin kein billiges Reiseland.

Strandhütte im Ojo del Mari in Osa

Strandhütte von innen im Ojo del Mar

Tropengarten mit Dusche im Ojo del Mar

Weitaus günstiger und sehr zu empfehlen ist die Übernachtung in einem der Holzkuben direkt am Strand. Statt Fenstergläsern sind sie mit feinen Gittern versehen, sodass man der Natur und ihren Geräuschen noch näher ist. Es gibt nichts Schöneres, als morgens die paar Meter zur offenen Bambusdusche zu laufen – Körperpflege unter freiem Himmel.

Leguan in Costa Rica

Angst vor allem, was kreucht und fleucht, sollte man im Ojo del Mar nicht haben. Leguane und Basilisken sind quasi Haustiere, Skorpione (in Costa Rica wenig gefährlich), Kakerlaken und Schlangen zwar nicht allgegenwärtig, aber immer wieder mal gesehen. Zur Philosophie des Hauses gehört es, der Natur ihren Freiraum zu lassen. Chemie sei keine Lösung, um Insekten und Kleintiere loszuwerden, denn das vernichte auch deren natürliche Feinde.

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Lust auf noch mehr nachhaltiges Costa Rica?
Hier geht’s zum Artikel über den Regenwald der Österreicher und das Selbstversorger-Projekt casita azul.