Wie sicher ist das Land? Muss man wirklich Spanisch können? Und wie viel Geld ist notwendig? Ofenwarme Backpacking-Empfehlungen für Costa Rica aus erster Hand.

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Reisetipp 1: Schnell hinkommen

Wo liegt Costa Rica eigentlich? Das kleine Land ist eingequetscht zwischen Nicaragua und Panama. Weit, weit weg also. Schnell hinkommen ist übertrieben, es müsste heißen: So schnell wie möglich. Das geht auf drei Arten: Entweder mit Iberia von Wien nach Madrid und dann weiter per Direktflug nach San Jose. Oder mit Condor ab Frankfurt mit nur kurzen Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik. Die dritte Möglichkeit wird wohl am häufigsten genutzt: Mit einer amerikanischen Fluggesellschaft über die USA und weiter nach San Jose, zum Beispiel Delta Airlines. Aber, Vorsicht: Auch wer nur in den USA umsteigt, braucht ein ESTA-Visum! Je nach Variante, beträgt die reine Flugzeit insgesamt zwischen zwölf und 14 Stunden.

Reisetipp 2: Stressfrei ankommen

Wer nach Costa Rica kommt, will meistens Natur, Strände und tropischen Regenwald sehen. Und keine lauten, überfüllten Städte. Nichts leichter als das: Die zum Teil als gefährlich geltende Hauptstadt San Jose lässt sich gänzlich umgehen. Wie? Internationale Flüge landen im nahegelegenen Kleinstädtchen Alajuela. Hier kann man für die ersten ein bis zwei Tage ein Hotel inklusive Flughafentransfer reservieren und einen Tagesausflug zum Vulkan Poas unternehmen. Auch die Weiterfahrt per Bus oder Auto ist von hier aus möglich und kostet mit Sicherheit weniger Nerven als von San Jose aus.Backpacking in Costa Rica

Reisetipp 3: Klima und beste Reisezeit

Costa Rica ist zwar um rund ein Drittel kleiner als Österreich, es gibt aber unterschiedliche Klimazonen. Die beste Reisezeit für die Pazifikküste ist von November bis April, für die atlantische Karibikküste ist es Jänner bis April. Die Halbinsel Osa im südlichsten Zipfel des Landes ist vor allem im September und Oktober sowie im Februar und März gut zu bereisen. Hier gilt, wie immer: Grob danach richten, die Nebensaison ist oft günstiger und weniger überfüllt. Das Klima ist generell tropisch – da bringt einen schon eine kurze Radtour ins Schwitzen.

Reisetipp 4: Genügend Zeit einplanen

Um die Vielfalt Costa Ricas am eigenen Leib zu spüren, eignen sich längere Wanderungen und Touren durch den tropischen Regenwald. Vor allem Ausflüge abseits der ausgetrampelten Pfade wie die Verkaufsschlager El Arenal oder Manuel Antonio haben ihren Reiz. Deshalb: Keine Angst vor Langeweile, in Costa Rica hält man es trotz seiner geringen Größe ohne weiteres mehrere Wochen lang aus. Tipp: Wer Pazifik und Karibik in einer Reise kombinieren möchte, muss dabei San Jose passieren. Das kann viel Zeit in Anspruch nehmen, vor allem wenn man sich vorher an der südlichen Pazifikküste befindet. Ein kurzer Flug mit Nature Air ist vielleicht die bessere Option.Baden im Wasserfall in Costa Rica

Reisetipp 5: Mietauto versus Busfahren

Beides ist möglich. Wer wenig Zeit hat, sollte sich einen eigenen Wagen mieten. Damit ist man flexibler und nicht auf Busse angewiesen. Andererseits sind Mietautos vergleichsweise teuer und ein Geländewagen empfehlenswert, da viele Nebenstraßen nicht asphaltiert sind. Auch Busse sind sicher und vor allem günstig, das System ist relativ gut ausgebaut. Wer allerdings in den bevölkerungsarmen Süden möchte, sollte keinen Stress haben.

Reisetipp 6: Sich einem Guide anvertrauen

Nicht immer nötig, aber manchmal von Vorteil: ein Tourguide. Man ist gut beraten, sich zumindest ab und zu einen privaten Reiseleiter zu gönnen. Die Guides wissen, wo Tiere am besten aufzuspüren sind und bringen häufig Teleskope mit. So sieht man viel mehr, als würde man sich alleine auf den Weg machen. Hier gibt’s weitere Tipps zum Thema Tierbeobachtungen.

Reisetipp 7: Hablas espanol? Oder: Ist Spanisch notwendig?

Es heißt immer: Wer nach Zentralamerika reist, sollte zumindest ein paar Brocken Spanisch sprechen. Das stimmt, aber nur bedingt. Costa Rica ist sehr eng mit den USA verbandelt, viele Leute sprechen außerordentlich gut Englisch. Es hört sich fast an, als würden da Amerikaner reden. Ohne Spanischkenntnisse zu reisen, ist überhaupt kein Problem. Trotzdem hilft es in abgelegeneren, weniger touristischen Regionen oder im Bus, ein paar Wörter Spanisch zu sprechen.

Reisetipp 8: Genügend Geld einplanen

Costa Rica liegt in Zentralamerika und müsste demnach günstig sein? Falsch gedacht. Das Land gilt als die „Schweiz Zentralamerikas“. Will heißen: Es ist nicht nur so schön grün wie das Land der Eidgenossen, sondern auch ziemlich teuer. Gründe dafür sind die politische stabile Situation, die gute Sicherheitslage, die zunehmende Ausrichtung in Richtung Ökotourismus und die geografische und kulturelle Nähe zu den USA. Als Richtwert: Saubere, günstige Doppelzimmer gibt es ab rund 50 USD/Nacht, ein Bett im Schlafsaal gibt’s auch hier für zehn bis 15 Dollar. Für bessere Hotels und Lodges muss man aber tief in die Tasche greifen. Auch Eintritte, Touren und sogar die Supermärkte sind vergleichsweise teuer. Tipp: Landeswährung ist der Colon, der US-Dollar ist aber ebenso weit verbreitet – und gern gesehen.Costa Rica Reisetipps Fernglas Tierbeobachtung

Reisetipp 9: Gut ausgerüstet losstarten

In diesem Fall heißt das: Neben Kopfbedeckung, Sonnenbrille und viel Sonnencreme vor allem auch ein Fernglas einpacken! Gerade bei Vogel- und Tierbeobachtungen hilft es enorm, die tierischen Zeitgenossen im Detail zu betrachten. Viele Guides tragen zwar ein großes Teleskop mit sich, mit dem eigenen Fernglas um den Hals ist man aber flinker und flexibler.Ceviche in Costa Rica

Reisetipp 10: Essen, was auf den Teller kommt

Essen gehen in Costa Rica ist kein billiges Unterfangen. Für Backpacker heißt das: Viel selber kochen und in den einheimischen Lokalen, den „Sodas“ einkehren. Dort bekommt man für fünf US-Dollar eine ausgiebige, warme Mahlzeit. Typisch costaricanisch ist das Casado, ein Mischmasch-Teller mit Fleisch, gebratener Kochbanane, Krautsalat und Reis mit Bohnen. Letzteres, Reis mit Bohnen, nennen die Einheimischen Gallo Pinto. Oft wird es schon in der Früh serviert, zum Beispiel mit Ananas, Melone und Ei. Und auch sonst wird einem die herzhafte Mischung aus Reis und Bohnen auf vielen Tellern unterkommen. Wirklich lecker und erfrischend ist Ceviche, rohe kleine Fischstücke in Zitronensaft (Foto).Bootsfahrt Costa Rica_Reisetipps

Reisetipp 11: Sicherheit? Nicht verunsichern lassen

Costa Rica gilt als das sicherste Reiseland in Zentralamerika. Bis auf Teile der Hauptstadt San Jose kann man sich überall frei bewegen und in öffentlichen Bussen fahren. Dass man auch in kleineren Städten nachts vorsichtig sein sollte, versteht sich von selbst. Das Land ist touristisch extrem gut erschlossen, der Lebensstandard ist relativ hoch und die politische Situation stabil.